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Schon wieder Neuland

Und auch hier gilt, hier waren wir noch nie. Kaum über die Grenze ändert sich nichts. Und als wir wieder am See landen, ist es immer noch derselbe Ohridsee. Da starker auflandiger Wind herrscht, ist das Wasser nicht mehr schön Blau oder Grün sondern eher schmutzig braun.

Entlang dem Südufer hat wohl jeder Haushalt ein CP, Platz für ein 2 Camper. Wir haben die unfreundlichsten holländischen Nachbarn die es als Camper aus Holland gibt. Auf unsere Begrüssung antworten sie kaum. Und die einseitige Begrüssung war die ganze Unterhaltung.

Viel freundlicher waren unsere Gastgeber. Man sprach zwar kaum englisch, dafür meinte die Tochter sie könne Französisch. Allerdings antwortete sie korrekt auf englisch auf meine französischen Fragen.


Der Wind blies uns weg vom CP. Tirana war das nächste Ziel. Und die Fahrt durch die Stadt war toll. Wir suchten die Stadt wirklich auf, denn wir suchten einen CP fast mitten in der Stadt. Aber der musste einem Neubau weichen.

Längere Zeit für die Polizei vor uns her. Ich hätte als CH-Polizist die Hälfte der Verkehrsteilnehmer lebenslänglich ins Gefängnis gesteckt. Die Polizei tat nichts. Dann eine Zweispurige Strasse. Unsere Spur für Abzweiger nach links, die zweite zum gerade aus fahren. Die hatten grün, wir rot. Ein Schlaumeier vor der Polizei stoppte vor dem grünen Signal und setzte seinen Blinker nach links. Ein Idiot wer in der linken Spur hinten ansteht, er war viel cleverer. Die Polizei stoppte und machte gar nichts. Erst als hinter ihnen alle anfingen zu hupen, es war ja grün, gaben sie den Schlaumeier eine Lichthupe. Dieser bequemte sich dann den Blinker abzuschalten und so langsam anzufahren, dass es dann doch noch grün wurde für die Abzweiger. Husch war er nach links weg, gefolgt von einem anderen. Tirana Autoschule unter Polizeiaufsicht.

Wir fanden dann den CP etwas ausserhalb der Stadt am steilsten Auffahrtsweg mit Harnadelkurven die ich je gesehen habe. Aber René hatte uns ja gewarnt. Der Empfang äusserst herzlich, da wir der Dame ein Foto zeigten von Ihr mit Maudry´s.

Nach 2 Nächten weiter aber noch immer derselbe See

Wir fahren weiter, aber mit Unterbrüchen. Denn unterwegs gibt es noch etwas zu sehen. So die Bucht der Knochen und ein Kloster. Beides noch in Nordmazedonien zuhause.

Die Bucht der Knochen ist eigentlich ein Pfahlbaudorf am Ostrand des Ohridsee. Tatsächlich soll dort so ein Dorf gewesen sein irgend 1200 bis 700 vChr.


Der zweite Stopp galt dem Kloster Sveti Naum. Ende des 900 Jahrhunderts vom heiligen Naum gegründet. Und ist vor allem für die Bulgaren ein wichtiges Heiligtum. Ganz besonders angetan waren wir von den Pfauen und den Fresken in der Klosterkirche. Übrigens das Kloster wurde vor 1900 durch ein Feuer zerstört, nur die Kirche überlebte. Das Kloster wechselte auch mehrmals die Landeszugehörigkeit, Albanien, Serbien, Jugoslawien und jetzt eben Nordmazedonien.

Übrigens hier leben einige Pfaue. Und wir haben sie gesehen und sie haben sich von ihrer besten Seite gezeigt. Eigentlich darf man das unter Bild nicht schiessen. Aber es war doch so schön.

Vielleicht haben uns die Götter erwischen wollen, weil wir ein Föteli geschossen haben. Das Wetter kommt über den Ohridsee. Wir ergreifen die Flucht.


Am späteren Nachmittag verliessen wir dann Nordmazedonien und überquerten die Grenze nach Albanien. Die Nacht verbrachten wir auf unserem ersten Albanischen CP am Südufer des Ohridsees. Dort hat fast jeder in seinem Garten ein CP. 10 Euro inklusive Strom hat uns der Spass gekostet. Wo wir unser Klo entleert haben erzähle ich nicht, aber wir haben.

Neuland


Hier sind wir beide noch nie gewesen. Unsere Route nach Hause führt uns durch den Westbalkan. Neuland. Und das erste Land dieser Region Nordmazedonien. Der Grenzübertritt bringt uns in ein Land ausserhalb Europas. Und ja es war so ein richtiger Grenzübertritt. Sehr freundlich. Pass zeigen, Grüne Versicherungskarte, da kam ein bisschen Hektik auf, wo ist sie denn und schliesslich stopp vor dem Grenzbaum. Keiner da der den Camper absucht. Ob die Verstärkung holen? Nein er musste wohl bloss mal. Ein Griff über die Theke und schon öffnet sich der Baum. Have a good time Switzerland ruft er hinterher. Wir sind in Nordmazedonien. Schnell die Schilder lesen, alles fast gleich wie bei uns. Nur über die Landstrasse darf man mit 100 brausen. Sonst das Übliche 50, 80 eben die 100 und 120.

Gute Strassen finden wir in dem NATO-Land. Jawoll, Nordmazedonien gehört seit Ende März 2020 zur Nato. Nordmazedonien musste mehrmals den Namen wechseln bis die Griechen 2019 einverstanden waren das das Land da im Norden von der Griechischen Provinz Mazedonien auch ein bisschen Mazedonien sein darf.

Übrigens Makedonien war einst riesig. Nordmazedonien oder lassen wir es mal bei Mazedonien beherbergt ein altes Volk. Bereits Alexander der Grosse hatte in seinem Reich das Königreich Makedonien. Klar wechselte das Land immer mal die Herrscher, auch sehr fremde Herrscher. Nach dem ersten Weltkrieg wurde Mazedonien zwischen Serbien, Kroatien, Griechenland und Slowenien aufgeteilt. Ja und nach dem Untergang von Jugoslawien erklärten 1991 die Mazedonier ihre Unabhängigkeit. Und ab dann herrschte Zoff mit den Griechen über eben das Land Mazedonien.

Nun wir suchen schon nach wenigen Km unseren ersten CP auf. Der zeigt sich ganz hübsch, wir haben eine grosse Wiese die wir mit nur einem Camper in der anderen Ecke teilen müssen. 20 Euro kostete uns der Spass nachdem ich den Preis runtergehandelt habe. Der Besitzer zeigte sich als weiser Geschichtenerzähler und wir lernten, dass eigentlich der ganze Westbalkan das gleiche Slawische Volk ist und alle könnten sich sprachlich verstehen. Ab seit dem Zerfall von Jugoslawien wird die eigene Schrift und Sprache gefördert. Und ja es brodelt noch immer und die Serben helfen da tüchtig mit. Aber es sind da wohl auch noch andere (politische) Finger im spiel.


So das ist jetzt aber viel Info für einen Blog der ja nur etwas über unsere Reise aufzeigen will. Also fertig, nur noch Bilder.