Archiv des Autors: Patrick Heini

Hafen oder Naturreservat


Nur eine recht kurze Strecke, 7 SM. Schönes Wetter und kein Wind. Trotzdem heissen wir Segel. Ganz einfach um sie zu trocken. Gut 1½ Stunden und wir sind am Ziel in Arholma, eine Insel. Der Hafen, oder vielleicht besser die Anlegestelle ist mitten im Naturschutzgebeit. Da wir sehr früh sind, spazieren wir nach dem Kaffee von Arholma Oster Hamn nach Arholma Stadt. Dorf?


Und von dort zum Fährhafen Norra Brygan. In der Stadt/Dorf haben wir kaum jemand gesehen. Alle sind im Fährhafen. Klar warum, es gibt dort riesen Eis für 3.5 Fränki.


Etwas später nehmen wir den Weg zurück zum Boot. Kurz vor vier sind wir wieder hier.


Der Hafen im Naturreservat. Erstens, es hat keine Klos, nur Plumpsklos. Dafür aber eine Sauna. Das ist also schon einmal das erste Naturgefühl. Es ist schön auf der Insel auf dem Weg in die Dorf/Stadt. Überall hat es Häuschen, teilweise bewohnt. Und oft hat es eine Tafel, die erklärt was den das Häuschen genau ist. Die Natur war rund um uns, mit vielen Blumen. Aber wo genau das Naturreservat ist habe ich nicht bemerkt. Vielleicht rund um das Plumpsklo. Mindestens dem Geruch nach. Auf jeden Fall darf man offiziell nicht ins Wasser pinkeln.

Ehrlich, es hatte hier viel Natur und für unser Auge ungewohnt. Eben Schweden

Regen, enge Durchfahrt und Anlegen an Felsen

In Öregrund segeln wir zu früh los. heute ist nur Regen angesagt.Aber, zum Glück, stimmt der Wetterbericht nicht. Mindestens am Anfang. Heute stehen über 30 SM auf dem Programm. Endlich kann ich Meilen schreiben.

Der erste Teil führt entlang derselben Route die wir genommen haben um nach Öregrund zu segeln. Aber dann betreten wir Neuland. Man könnte durch das offene Meer der Küste entlang nach Süden segeln. Oder was wir machen, einen Kanal nehmen zwischen dem Festland und der Insel Väddö.

HIer die ganzen Steine voller Kormorane. Man richt sie bis zu uns hin.

Zuerst ist der Kanal schön breit. Und man kurvt um ein paar Inseln. Die einen links herum, die andern rechts herum. Also genug breit. Nach einer Weile geht es unter einer Brücke durch, 17m hoch. Übrigens wir haben irgend welche 16.8m also mehr als genug Platz. Später müssen wir vor einer Hebebrücke warten, im strömenden Regen.

Und eine zweite wartet auf uns, eine Drehbrücke. Wir müssen exakt in 30 Minuten dort sein. Also immer schön 5 kn über Grund. Wir sind pünktlich, die Brücke dreht sich für uns. Auf der anderen Seite ist es schön schmal. Ich komme mir vor wie damals durch das Flüsschen Aff in der Bretagne. Nur jetzt sind wir in einer Yacht mit 1.8m Tiefgang. Ich darf steuern, oder muss ich????

Als wir uns dem Ziel nähern hört auch der Regen auf. Wir sind alle nass bis auf die Haut. All unser Oelzeug ist ziemlich undicht. Aber am Felsen wird dann schon alles trocken.

Am Felsen? Jup wir legen mit Heckanger vorwärts an einem Felsen an. Schwedisch halt eben. Nach dem Ausbringen vom Heckanger springe ich über den Bug an Land und lande prompt auf der Nase. Der Boden ist so feucht, dass man einfach nur rutscht. Aber das stört nicht, nach 3 Landleinen und einem Bodenhaken ist auch der Bug fest. Also kann Amity weder Rückwärts, noch Vorwärts und auch nicht links oder rechts. Die Bilder dokumentieren genaustens die technischen Details.

So sieht jetzt das Ganze vom Bug aus. Auch die Steine werden dokumentiert.

Und der Skipper kontrolliert ob wir den heute Nacht gut schlafen können. Ja dieses Abenteuer war das erste Mal für mich so in der Art. Mir hats gefallen. Ich werde gut schlafen. Aber Skipper sind immer etwas Nervös, man weiss ja nie.

Die Fliegen kommen und schauen wer sich den da in ihr Revier getraut. «Hä dänk mir»

Aber ausser Fliegen kann niemand an unseren Platz kommen. Wir sind eingeschlossen von der Wildnis. Auch wir können nicht weit wandern. Nur gerade ein paar wenige Schritte nach links und rechts. Dafür findet man im Detail die Schönheit der Natur.

Nebel, Nebel, kurze Fahrt


Von Raggarön geht es kurz nach Süden aus der Bucht. Dann Kurz nach Osten bis ins Fahrwasser. Und schlussendlich einfach zwischen den Inseln immer gegen Norden bis eben Öregrund. Öregrund liegt auf dem Festland, nördlich von Stockholm.


Der Nebel lichtet sich erst, als wir im Hafen festmachen. Klar, jetzt braucht es ja keine Sicht mehr. Und wir können auf einen ausgedehnten Spaziergang entlang der Küste gehen. So richtig die Schären bewundern.

Öregrund ist ein grösseres schönes Städtchen. Wir gehen einkaufen. Ich möchte die Crew mit einem Dessert aus der Konditorei erfreuen. Aber zuerst muss ich mein Riesensofteis vertilgen. Beatrice kommt mir entgegen und eröffnet mir dass es dort in der Konditorei tolle Sachen gäbe, sie hätte gekauft ….. Also wird nichts mit der Überraschung.

Wir gehen Essen in der grossen Stadt. Nicht einfach. Restaurant reiht sich an Restaurant. Nur, wir verstehen das Menü erst, als wir Google Translate zur Hilfe nehmen. Für das Skipperpaar gibt es Lachs, für mich Ox.

Nebel von Aland bis Schweden


Irgendwann geht es los. Der Nebel ist so dicht, dass man nicht einmal die Uhr am Handgelenk ablesen kann. Also geht es irgendwann los. Beim Ablegen ist Patrick am Steuer von Amity. Das Skipperehepaar denkt wohl, bei dem Nebel kann man seine Schandtaten nicht sehen. Amity hat eine Eigenheit. Sie möchte nicht geradeaus fahren im Rückwärtsgang. Typisch Langkieler. Natürlich möchte ich das Gegenteil beweisen. Ich fahre Rückwärts, fast im Kreis. Also doch lieber vorwärts aus dem Hafen.


Zuerst die grünen an Backbord. Dann sollten rot und grün kommen. Aber die sind tatsächlich kaum zu sehen im Nebel. Wir schaffen die Einfahrt in die andere Richtung, aus dem Hafen ohne dass einer der vielen Felsen mitten in der Bucht kaputt geht. Die Sicht ist immer noch gleich. Der Bug ist zwar gut zu sehen, aber so nach 200 -300m verschwindet alles im dicken Nebel. Gut so, man kann keine Gefahr sehen. Heute mit Plotter, GPS, AIS und Radar geht das einiges einfacher.


Wir kreuzen auch Tanker im Fahrwasser. Es ist fast wie ein Computerspiel. Du siehst auf dem Bildschirm etwas kommen. Du entscheidest ob es dich überfährt. Wenn nicht weiter durch den Nebel.


Irgend wann tauchen die ersten Schwedischen Inseln aus dem Nebel. Wir segeln weiter bis in die Bucht Langviken auf Raggarön. Kaum ist der Anker gefallen, verschwindet auch der Nebel. Für eine kurze Zeit können wir noch die Sonne geniessen, bis sich das weisse Laken wieder auf die Buch senkt.

Hafentag auf Aland, Hafen von Käringsund


Wie vorhergesagt, bleiben wir heute im Hafen von Käringsund und tun nichts. Das Nichtstun stimmt natürlich nicht. Wir schauen uns die Gegend an. Als Erstes besuchen wir das östlichste Posthaus der Russen. Jetzt keine Russen mehr und auch kein Postbüro sondern ein Museum mit Ausstellungen.


Nach dem Posthaus kehren wir um, Richtung Hafen. Dort gibt es ein tolles Softeis. Schön cremig, nicht der verwässerte Mist den man in der Schweiz bekommt. Nach dem Eisschlemmen gehen wir ins Fischereimuseum.


Und nach dem Museum wird noch die lokale Natur bewundert. So verbringen wir unseren Hafentag mit Nichtstun.


Hansueli mach übrigens nicht nichts wie wir. Er werkelt jede freie Minute an der Amity herum. Typisch Skipper. Ich frage ihn, ob ich etwas kaputt machen soll, damit es etwas zu reparieren gibt. Hansueli ist nicht amüsiert.

Von einer einsamen Buch in einen Viel beschäftigten Hafen

Nach dem Frühstück geht es los. Nur mit Fock. Die Fahrt wird ruppig. Halber Wind, am Wind und Vorwind wechseln sich ab. Aber ruppig bleibt es. Erst als wir in die Inselabdeckung kommen wird es auf Amity ruhiger.

Die eher ruppige Fahrt endet schliesslich in Keringsund auf der Insel Böle. Keringsund ist ein Hafen. Nicht weit weg landet auch die Fähre nach Eckerö. Dort bin ich ja vom Festland her gelandet. Hier in Keringsund hat es zur Zeit, es ist Hauptsaison, sicher an die 100 Boote. Wir haben auch ein Plätzchen gefunden.


Auf und ab suchen wir Hafenbüro, Sauna, Abfall und Toiletten. Dabei liegt alles direkt vor unserem Bug. Nur wissen muss man es halt. Ein Eis finde ich auch im nahen Kiosk. Und sogar Waschmaschine hat es. Wir teilen uns eine Wäsche. Die dauert aber fast 2 Std., also bis 23 Uhr.

Hier der Track. Fast alles unter Fock, wenig mit Motor. Wind bis 16 kn NW. Aber weil es teilweise offen ist, wird es halt ruppig.

Eigentlich wollte ich uns alle zum Nachtessen einladen. Aber im nahen Restaurant hiess es «fully booked». Also wurde für morgen gebucht und Beatrice bekochte uns. Shrimp Reis mit Gemüse und Salat, grüner Salat.

Morgen werden wir wieder nichts tun. Es ist sowieso ein falscher Wind angesagt. Am Morgen soll es noch besser sein, auf den Nachmittag soll es bedeckt sein. Und wenn es hier bedeckt ist weiss man nie so genau ob noch mehr kommt.

In eine Einsame Bucht


Was für ein Wechsel. Nach einem Tag nichts tun segeln wir in eine einsame Bucht. Das Segeln soweit schön, angenehmer Wind und kaum Wellen. Auch die Gegend kann sich sehen lassen. Die Ankunft in der Bucht, eine Überraschung, trotz ihrer Grösse sind wir ganz alleine. Bei der Ankunft hat es Südwind. Und wir spühren kaum etwas. Nach und nach nimmt der Wind zu und dreht nach NW. Jetzt wird es auch etwas ruppiger in der Bucht. Der Anker muss sich um fast 180° drehen, also rutscht er ein bisschen. Das lässt uns an der Haltekraft zweifeln und wir gedenken Ankerwache zu gehen. Ich darf um 2 nachschauen. Und weil es mir so gefällt, mach ich das auch gleich um 4 Uhr. Alle zusammen mit allen WC-Gängen überwachen Amity alle 2 Stunden. Sie benimmt sich bestens.


In ermangelung einer Dusche schmeisse ich mich am Morgen in die kalte (19,5°) Ostsee und schwimme eine Runde. Total durchfrohren komme ich wieder an Bord. Ich bin definitv ein Warmduscher geworden.

Ein schöner Segeltag, so wie es im Buch steht


Die Einteilung steht. Beatrice Heckleine mit Haken. Hans-Ueli am Steuer und Komandos. Patrick die Vorleinen. So geht das Ablegen ohne Probleme von statten. Schon bald murmelt der Gast es gäbe genug Wind zum Segeln. Aufkreuzen. Wir setzen Segel, und kreuzen auf. Kaum ein anderer Segler segelt, man braucht den Motor. Trotzdem, wir sind nicht viel langsamer. Dafür darf ich viele Meilen schreiben. Der Kanal ist an vielen Stellen nur gut 200m Breit. Und windet sich in alle Richtungen, Hauptrichtung Süd. Wenn Du denkst, dass sei jetzt einfach zu wissen woher der Wind kommt liegst Du falsch. Weder kommt er entlang dem Kanal wie angedacht, noch kommt er von Süden. Nein er kommt immer schön falsch und es ist lustig zu sehen wie die Winddreher uns überraschen. Aber wir halten durch, kein Motor, nur segeln. Die Schweden denken wohl, die Spinnen die Schweizer. Aber für Amerikaner würde das eh kein Unterschied machen.


Die Bucht in die wir einlaufen ist wunderschön. So typisch wie man sich das in den Schwedischen Schären vorstellt. Damit man nicht mehr direkt auf den Felsen aussteigen muss, wurde ein Holzsteg gebaut. Sogar mit Sitzbank um die Aussicht zu geniessen. Und wenn man genau hinschaut, findet man auch Strom und Wasser.


Gut hier. So gut, dass wir den nächsten Regentag auch gleich hier verbringen.


Auch geschichtlich ist dieser Ort interessant. Mal Schwedisch, mal Russisch, dann erobert von den Franzosen und Engländern. Aber weil der Schwedische König angst hatte, die Regierungsgeschäfte in Aland zu übernehmen durften die Russen da weiter regieren, aber ohne Festung.

Znacht gabe es dann auf dem Schiff. Weil ja eben ausser Wasser und Steckdosen und Natur es hier nichts gab.

Übrigens, Dienstag der 16. Juli war ein schöner Tag, eben mit etwas Wind aus allen Richtungen und viel Sonne. Der Mittwoch brachte dann Regen. Nach Wetterbericht bis 11 Uhr, aber der Regen hielt sich nicht an den Wetterbericht.

Erster Segeltag gut 12 SM


Ich darf Vorleinen lösen. Dann geht es los ab auf die hohe See. Die HR von Beatrice und Hans-Ueli segelt wie eben nur eine HR. Also eigentlich sind wir unter Motor unterwegs. Wir wollen zeitig am Ziel sein. Es gäbe da viel zu sehen.

Wieder einmal das «alte» App benutzt. Ein Track kanns Du sehen. Wie immer schalte ich zu spät ein.


Und tatsächlich, am Ziel im Hafen Kastelholm gab es nicht nur eine Burg sondern auch eine Ansammlung von Häusern von Aland. Wir drei schlenderten durch die Häuser, bewunderten das Innere und das Äussere und besuchten auch die Burg. Sehr interessant die Bauweise der Häuser. Vieles erinnert an Balenberg. Es scheint, dass Geissen und Kühe besser gewohnt haben als die Leute.


Nachtessen dann an Land, typisch Aländisch. Sehr gute Küche.
Bratkartoffeln, Shrimpcoctail und Roast Beef. Und danach meine zweite
richtig gute Nacht auf dem Schiff. Ich habe meinen Schlafmangel
ausgeglichen.


Schon wieder in den Norden

Raphi wollte den Camper. Also haben wir Autos getauscht. Wir den kleinen Grünen, Fämili Heini den grossen Weissen.

Doch dann war da noch Edith´s Auge. Also fuhr ich am Schluss alleine in den Norden mit dem kleinen Grünen.

Irgend nach 16 Uhr fuhr ich von Veltheim los Richtung Zurzach und von dort Richtung Stuttgard. Nun das war mindestens bis Flensburg nicht sehr speziell. Eben einfach fahren, Tanken, etwas essen, schlafen. Ja, auf den 2´400km ging ich 4x 2 Std schlafen. Einfach im Auto. Beifahrersitz als Liegesitz. Gelbe Jacke anziehen und über mich gelegt, die blaue Oelzeugjacke. So war mir nicht kalt.

Irgendwo nördlich von Flensburg setzten die ersten Regentropfen ein. Zuerst normaler Regen. Nicht angenehm zum Fahren aber eben nur Regen. Irgend wann in der Nacht regnete es immer stärker. Also zwei Stunden schlafen, dann hört es schon auf. Es hörte nicht auf. Also weiter. Und der Regen wurde immer stärker. Schon das zweite Mal bekam ich Schwierigkeiten durch eine grössere Pfütze. Wie das die anderen Fahrer machen die einiges über 100 kmh fahren, keine Ahnung. Ich bewegte mich bald nur noch mit 80 kmh. Und zum Glück fand ich den Schalter für die Nebellampe. Einige konnten auf der Autobahn noch ohne Licht fahren. Auch mit nur 80 kmh war die Sichtdistanz extrem kurz. Aber das sind halt wirklich die guten Autofahrer.

Auch nach den 2. und 3. Mal schlafen hörte der Regen nicht auf. Manchmal konnte ich kaum erkennen wo den Autobahn ist und wo schon eben nicht. Längere Zeit fuhr ich hinter einem Lastwagen her. Der schien den Weg gut zu kennen. Und er räumt alle Pfützen vor mir aus. Leider musste er dann auch schlafen.

Nach etwas über 2`400 km, 4 Mal schlafen letzter Halt zum länger schlafen kurz vor Norrtälje dem Ziel. Nur 2 Stunden dachte ich, es wurden fast 4. Also traf ich nach 36 Stunden in Norrtälje ein. Erst einmal einen guten Parkplatz für den kleinen Grünen suchen. Dann zum Fährterminal. Dort finde ich heraus, dass die Fähre nicht mehr fährt. Nie mehr. Alo ein Bus nehmen nach Kaellskär. Doch auch dort ist nicht die beste Fähre, die liegt im Norden bei Grisslehamn. Und da fährt auch ein Bus hin.

Bus und Fähre werden gefunden. Und bei der Ankuft in Eckerö auf Aland auch der Bus nach Mariehamn. Beatrice und Hans-Ueli kommen mich abholen – an der Busstation. Aber mein Bus fährt gleich zum Osthafen. Dank Handy wird das aber schnell geklärt. Die beiden finden mich vor der Eisdiele mit einem Eis in der Hand.

Alles im Butter, nach einem gemeinsamen Nachtessen mein erster richtiger Schlaft in der dritten Nacht. Und prompt verschlafe ich fast die Abfahrt.