Archiv des Autors: Patrick Heini

Es geht weiter, oder zurück nach Albanien?

Das nächste Ziel Shkodër in Albaninen, doch wir werden es nicht erreichen. Wir fahren los, nachdem wir Adressen ausgetauscht haben. Man könnte schnell auf der Schnellstrasse fahren oder langsam in die Berge. Wir entscheiden uns für langsam in die Berge. Und es wird eine tolle Fahrt. Erstaunlich, es hat kaum Platz für unser Camper und trotzdem können wir immer mit anderen Autos kreuzen. Nur, die Albaner oder Kosovaren halten nie etwas früher immer gleich drängeln. Aber ja Zeit ist Geld.

Irgendwann sind wir wieder in Albaninen. Wann genau merken wir nicht einmal. Irgend wann, irgend wo nach 1001 Kurven treffen wir auf ein Restaurant und 2 Holländer. Sie fragen uns wann wir denn die Fähre gebucht hätten. Fähre? Wir sind verwirrt. Sie zeigen uns ihre Strassenkarte und tatsächlich der Weg führt ins Nichts, oder eben zur Fährstation. Ich eile zum Auto um meine Elektronik zu Rate zu ziehen. Wir sind da wo wir sind, also noch nicht auf dem Weg zur Fähre. Aber warum nicht? Man könnte ja auch die Fähre. Wir disponieren um. Und gehen an der nächsten Abzweigung rechts anstatt gerade aus. Und nach 3 Stunden oder 45 km landen wir an der Fährstation wo wir auch gleich übernachten. Sonntag, alle Fähren ausgebucht, weiter erst am Montag könnten wir weiter. Wie weiter? Wir haben noch nicht entschieden.

Tolle Fahrt, selber CP


Jetzt folgen wir den Ratschlägen von Berlinda. Wir Fahren in den Norden. Wir finden ein tolles Frauenkloster. Der Besuch gestaltet sich schon am Eingang interessant. Denn, Polizisten müssen das Kloster bewachen. Keine Ahnung warum. Wir plaudern mit den Wachen vor dem Besuch und nach dem Besuch. Der eine war oft im Hotel Moskwa in Belgrad. So hatten wir einen guten Anknüpfungspunkt für unser Gespräch. Der Besuch im Kloster war sehr beruhigend, auch kaum Touristen. Uns gefiel es gut.

Dann weiter ins Tal. Es gibt da noch einen Canyon und Peja Burimi, aber das klappte nicht. Aber der Canyon schon, so ein bisschen wenigstens. Edith zweifelte besonders, als wir den lieben Kosovaren ausweichen mussten. Die können zwar gas geben, gut überholen, aber nicht wirklich rechts fahren. Ganz lustig im Tunnel. Der eine Beifahrer musste aussteigen und seiner Braut erklären wie das geht mit dem Rückwärtsfahren. Denn, wir füllten den Tunnelausgang komplett mit unserem WoMo. Ich hätte zwar zurücksetzen können, aber hinter uns war schon eine hupende Kosovarische Autoschlange. Es dauerte wohl sicher 15 Minuten bis sich etwas bewegte. Und jede Minute brachte auf jeder Seite 2 hupende Kosovarische Autos mehr. Herrlich.

Übrigens der Canyon war dann doch nichts für uns zum schlafen. Also landeten wir wieder am Flüssen beim Französisch sprechenden CP. Übrigens heute am 6.5.2025 wird das Islamische Opferfest Eid al-Adha gefeiert. Alle Geschäfte zu und viele Lämmer verlieren ihr Leben. Und so ist unser CP auch ziemlich voll. Hat trotzdem noch viel Platz für uns. Essen in der Stadt dann, Gute Nacht.

Doch noch ein CP im Kosovo

Doch noch ein CP

Einiges ausserhalb von Prizren finden wir einen CP am Fluss. Es hat sogar 2 Camper. Und einiges an Konstruktionen die wohl als permanente Camper bezeichnet werden könnten. Wir lassen uns hier nieder. Der Besitzer begrüsst uns auf Französisch. Und wir werden gleich warm. Er hat in Lausanne gelebt und so sehr gut Französisch gelernt. Er kann es besser als ich. Und ein junger Franzose auf dem Rennvelos, von Grenoble will er bis nach Istanbul. Für Gesprächsstoff ist gesorgt. Am Abend und dann am Morgen. Aber zuerst läuft noch einiges. Wir haben ja gestern einen Reifenhändler gefunden. Aber bevor wir zum Reifenhändler gehen suchen wir noch einen Gasshop auf. Tatsächlich er hat einen Dish-Adapter um unsere Campingflasche zu füllen. So, ab heute können wir Gas an der Tankstelle beziehen. Mal sehen wie das funktioniert. Wir freuen uns auf die nächste leere Gasflasche.


Jetzt geht es zum Pneuhändler. Aber, keine Reifen. Der Fahrer hatte einen Unfall wird uns erzählt, vielleicht kommen die Reifen in einer Stunde. Also los zum Znacht, irgendwo in der Nähe. Ratschläge bekommen wir von unseren Pneufreunden mit auf den Weg. Kaum sitzen wir kommt schon die Nachricht per WA, Reifen sind da. Und so kommen wir zu Essen und zu neuen Reifen.

Komische Geräusche im Neuland Kosovo.

Von Kruja aus geht es zuerst nach dem Kosov. Wir werden wohl zurück nach Albanien fahren. Aber zuerst jetzt der Kosov. Prizen soll die erste Anlaufstelle sein. Wir sind gespannt. Und jetzt schon, es wird abenteuerlich.

Auf einmal hören wir komische Geräusche im Neuland von den Pneus. Und der Camper schwimmt, als wenn er einen Platten hätte. Anhalten kontrollieren. Alles OK? Kurz darauf peng, hinten Links, etwa 20km vor Prizen. Eigentlich sind die Strassen recht gut. Da es schon der zweite Pneu ist der hops geht sind es wohl schlechte Pneus. Etwas später finden wir heraus, dass auch der dritte bald hinüber ist. Er eiert schon.

Zum Glück haben wir einen Winterpneu als Reserve mitgenommen. Also Pneu wechsel auf der Autobahn. Die einen weichen aus auf die Überholspur. Einige schauen, ob es mich umhaut beim Pneu wechseln.

In Prizen finden wir mindestens 10 Gomas, also Geschäfte mit Pneus. Nur einer meint er könnte uns für Morgen 2 neue Pneus organisieren. Die anderen 2 die wir fragten, wollen kein Geschäft machen. Etwas über 100 € pro Pneu plus 20€ für die Arbeit.

Dann weiter mitten in die Stadt. Dort soll es ein Parkplatz für Camper haben. Hat es nicht. Wir finden einen anderen Parkplatz und füllen den fast. Ja auch die Strasse zum Parkplatz war nicht für uns gemacht. Also schlafen mitten in der Stadt für 15€, kein Füllen, kein Entleeren, kein Strom. Stolzer Preis. Ein Spaziergang mit anschliessendem Znacht runden den aufregenden Tag ab. Kurz vor dem Einschlafen wird unsere Seele vom Muezzin angerufen. Und um 4 Uhr Morgens gleich noch einmal. Jetzt sind all unsere Sünden vergeben. Muss so sein weil wir soviel Busse tun.

Der erste Eindruck trotz einem Abenteuer auf das wir verzichten hätten können, Kosovo ist toll und alle sind sehr hilfsbereit. Jeden kannst man fragen und gibt Antwort auf Deutsch oder Englisch. Auch Italienisch kann man parlieren. Sie lebten wohl alle mal ausserhalb ihrem Land. Überraschend, wie übrigens oft hier im Westbalkan die Preise. Einiges sehr teuer, anderes sehr günstig. Preise passen einfach nicht in dieses Land. Wie machen das die Leute hier? Das ist und bleibt ein Geheimnis.

Kruje

der Name sagt uns nichts. Aber es soll hier der schönste Markt Albaniens geben. Also Schuhe anziehen und losmarschieren. Vom CP 3km zu wenig für’s Bike zu viel für die Schuhe. Die Stadt selber ist im Wandel. Neues und altes nebeneinander. Sicher nicht schön. Und dann der Markt. Touristenfalle hoch 2. Wenig authentisches viel Chinesisches, das obwohl wir doch in Albanien sind.

Wir verwöhnten finden den Besuch nicht umwerfend. Nur der Besuch oben beim Schloss der gefällt uns. Aber zuerst laufen wir noch am Skanderberg Museum vorbei. Skanderber ist der lokale Held. Er hat Albanien erfolgreich gegen die Osmanen verteidigt.

Kein CP?

Edith meint zuerst Strand, Durres. Es gefällt uns nicht besonders. Hier hat es wohl nie Touristen, denn wir finden viel Müll. Was wir nicht finden ist der CP obwohl hier nicht soviel gebaut wird wie in Tirana.

Wir drehen um und fahren ins Landesinnere nach Kruje. Und tatsächlich hier hat es gleich mehrere. Und wir wählen den gleichnamigen CP etwas ausserhalb der Stadt. Am Abend läuft nichts mehr, nur essen im Camper. Dafür am Morgen umso mehr. Edith will waschen. Und was das bedeutet? Tja dann ist die Hölle los.

So hat der Autor etwas Zeit über Albanien zu sinnieren. Wie schon gesagt, Albanien lernte das Wort Demokratie erst ab 1990 kennen. Vorher war es das ärmste Land in Europa. Jetzt scheint uns Reichtum vorhanden zu sein. Auch ausserhalb von Tirana sehen wir schöne neue Häuser. Bauruinen gibt es auch, aber weniger als z.B. in Griechenland. Auch Firmen ausserhalb von Tirana sind schön gebaut. Wo die Kunden herkommen ist uns nicht so ganz klar. Man hört es und kann es auch nachlesen, Korruption und das organisierte Verbrechen existiert in Albanien. Man kann auch nachlesen, dass hier vor allem im Bausektor Geld gewaschen wird. Darum wohl auch die vielen schönen Bauten. Wir sind erstaunt wie viel Vertrauen hier herrscht. Man lässt dich alleine im Laden. Man sieht einen Einkaufsstand ohne Beaufsichtigung. Wir haben dann Salat geholt und mussten warten bis wir zahlen durften. Es stehen Sachen nicht abgeschlossen auf der Strasse. Überhaupt es steht viel herum, Sachen, die man auch klauen könnte.

Interessant sind die Autos. Es hat viele neuere Autos. Einige tolle schwarze Mercedes und die scheinen auch immer Vortritt zu haben, ausser wir fahren vorbei. Und wenn man hineinschauen kann, sitzen recht junge Fahrer hinter dem Steuer. Wir haben noch kein Unfall gesehen und verbeult sind eigentlich nur wirklich die ganz alten Autos. Also trotz interessanter Fahrweise kaum Unfälle. An jeder Ecke gibt es Autowaschanlagen die auch rege benutzt werden.

Ja Albanien ist ein junges Land, ein aufstrebendes Land.

Heute essen wir übrigens auf dem CP. Die Frau kocht selber. Typisch Albanisch. Wir essen wie die Fürsten. Und bezahlten 15 € pro Nase.

3x traurig, 1x schön

Wir besuchen den Bunker 1. Gar nicht so weit von uns, aber der Weg führt uns fast in die Stadt. Wir hatten Glück, alle 4 wurden wir vom Sohn im CP chauffiert.

Dann spazieren wir zum Bunker hoch. Ein abenteuerlicher Weg, den ein Gehsteig gibt es kaum. Einmal im Bunker haben wir ruhe von den Autos dafür sehr viel Geschichte. Von 1944 bis 1992 stand Albanien unter kommunistischer Herrschaft. Enver Hoxha war der herrschende Despot von 1946 bis zu seinem Tod 1985. Albanien war striktem Stalinismus und Isolationismus ausgesetzt. Das Land wurde so total in den Ruin regiert. Während seiner Regentschaft wurden über 100´000 Bunker gebaut. Einer davon eben Bunker 1. Es war zwar viel Text und Bilder aber eine berührende Aufzählung der Fakten aus dieser dunklen Zeit. Traurig.


Zusammen, wir 4 fuhren wir nochmals ins Zentrum um etwas zu trinken. Dann nahmen wir Abschied von unseren Belgischen Freunden. Sie mussten weiter Fahren Richtung Heimat. Traurig.


Abfall noch immer ein Thema. Wir diskutieren mit einer jungen Albanerin auf dem CP. Sie lebt in Deutschland und ist bei ihren Eltern zu Besuch. Mit einer etwas gereizten Stimme sagt sie, dass Albanien andere Probleme als Littering hätte. Der Kommentar, dass das am einzelnen liegt unterlasse ich tunlichst. Albaner, Kosovaren, Mazedonier, sie alle machen alles richtig, da muss kein Tourist Kritik anbringen. Ein typisches Bild, Traurig.


Wir zwei machten uns auf die Suche nach einem Nachtessen und 2 Tickets für die Vorstellung Albanischer Tradition. Das Nachtessen war eher nebensächlich, die Show dafür der Hammer. Anhand einer Heiratsfeier lernten wir Albanische Musik, Tradition und Kleider kennen. Freude herrscht, es war sehr schön.

Tirana eine totale Überraschung

Am nächsten Tag muss man natürlich so bald wie möglich in die Stadt. Im Bus treffen wir ein Belgisches Pärchen, welche auf demselben CP sind wie wir. Wir laden sie gleich ein für die Busfahrt, den sie haben keine Lek. Und der Preis liegt gerade mal so hoch, dass wir uns leisten können die Zwei einzuladen, eine Fahrt pro Person ist 40 Rappen.

Wir fahren genau ins Zentrum. Und da bleiben unsere Münder offen. So architektonisch gelungene Gebäude die fast den Himmel berühren war eine Überraschung für uns. Die nächsten Bilder geben einen kleinen Einblick wie modern Tirana ist.


Ein Unding wurde umgebaut und ist heute eine Atraktion für Albaner und Touristen. Die Pytamide. Nicht nur das Äussere wurde gut überholt, auch im Innern passierte ein Wandel. Bei uns wohl kaum möglich solche Ideen zu verwirklichen.

Klar essen wir in der Stadt und klar Albanisch. Wir haben ein heisses Horsd´oeuvre mit kleinen Häppchen Albanischer Spezialitäten für 2 Personen. Das war dann zusammen mit dem Salat mehr als genug für uns. Unsere Belgischen Freunde hatten eine Grillplatte für 2 die wohl für 4 gedacht war.


Den Abend liessen wir bei den Belgiern ausklingen bei Wein und Bier.

Schon wieder Neuland

Und auch hier gilt, hier waren wir noch nie. Kaum über die Grenze ändert sich nichts. Und als wir wieder am See landen, ist es immer noch derselbe Ohridsee. Da starker auflandiger Wind herrscht, ist das Wasser nicht mehr schön Blau oder Grün sondern eher schmutzig braun.

Entlang dem Südufer hat wohl jeder Haushalt ein CP, Platz für ein 2 Camper. Wir haben die unfreundlichsten holländischen Nachbarn die es als Camper aus Holland gibt. Auf unsere Begrüssung antworten sie kaum. Und die einseitige Begrüssung war die ganze Unterhaltung.

Viel freundlicher waren unsere Gastgeber. Man sprach zwar kaum englisch, dafür meinte die Tochter sie könne Französisch. Allerdings antwortete sie korrekt auf englisch auf meine französischen Fragen.


Der Wind blies uns weg vom CP. Tirana war das nächste Ziel. Und die Fahrt durch die Stadt war toll. Wir suchten die Stadt wirklich auf, denn wir suchten einen CP fast mitten in der Stadt. Aber der musste einem Neubau weichen.

Längere Zeit für die Polizei vor uns her. Ich hätte als CH-Polizist die Hälfte der Verkehrsteilnehmer lebenslänglich ins Gefängnis gesteckt. Die Polizei tat nichts. Dann eine Zweispurige Strasse. Unsere Spur für Abzweiger nach links, die zweite zum gerade aus fahren. Die hatten grün, wir rot. Ein Schlaumeier vor der Polizei stoppte vor dem grünen Signal und setzte seinen Blinker nach links. Ein Idiot wer in der linken Spur hinten ansteht, er war viel cleverer. Die Polizei stoppte und machte gar nichts. Erst als hinter ihnen alle anfingen zu hupen, es war ja grün, gaben sie den Schlaumeier eine Lichthupe. Dieser bequemte sich dann den Blinker abzuschalten und so langsam anzufahren, dass es dann doch noch grün wurde für die Abzweiger. Husch war er nach links weg, gefolgt von einem anderen. Tirana Autoschule unter Polizeiaufsicht.

Wir fanden dann den CP etwas ausserhalb der Stadt am steilsten Auffahrtsweg mit Harnadelkurven die ich je gesehen habe. Aber René hatte uns ja gewarnt. Der Empfang äusserst herzlich, da wir der Dame ein Foto zeigten von Ihr mit Maudry´s.

Nach 2 Nächten weiter aber noch immer derselbe See

Wir fahren weiter, aber mit Unterbrüchen. Denn unterwegs gibt es noch etwas zu sehen. So die Bucht der Knochen und ein Kloster. Beides noch in Nordmazedonien zuhause.

Die Bucht der Knochen ist eigentlich ein Pfahlbaudorf am Ostrand des Ohridsee. Tatsächlich soll dort so ein Dorf gewesen sein irgend 1200 bis 700 vChr.


Der zweite Stopp galt dem Kloster Sveti Naum. Ende des 900 Jahrhunderts vom heiligen Naum gegründet. Und ist vor allem für die Bulgaren ein wichtiges Heiligtum. Ganz besonders angetan waren wir von den Pfauen und den Fresken in der Klosterkirche. Übrigens das Kloster wurde vor 1900 durch ein Feuer zerstört, nur die Kirche überlebte. Das Kloster wechselte auch mehrmals die Landeszugehörigkeit, Albanien, Serbien, Jugoslawien und jetzt eben Nordmazedonien.

Übrigens hier leben einige Pfaue. Und wir haben sie gesehen und sie haben sich von ihrer besten Seite gezeigt. Eigentlich darf man das unter Bild nicht schiessen. Aber es war doch so schön.

Vielleicht haben uns die Götter erwischen wollen, weil wir ein Föteli geschossen haben. Das Wetter kommt über den Ohridsee. Wir ergreifen die Flucht.


Am späteren Nachmittag verliessen wir dann Nordmazedonien und überquerten die Grenze nach Albanien. Die Nacht verbrachten wir auf unserem ersten Albanischen CP am Südufer des Ohridsees. Dort hat fast jeder in seinem Garten ein CP. 10 Euro inklusive Strom hat uns der Spass gekostet. Wo wir unser Klo entleert haben erzähle ich nicht, aber wir haben.