Archiv für den Monat: April 2025

Wind und Wissen

Wie schon gesagt, Kap Sounion und es bläst wie verrückt. Als alte Segler lieben wir den Wind. Aber was zu viel ist, ist zu viel. Eigentlich war noch Chalklida angesagt. Aber an der Ostküste war für die nächsten Tage einfach nur Wind angesagt. Also weg, in westliche Richtung. Nächsten Ziel Delphi. Ist ja auch für uns ein bekannter Ort, das Orakel von Delphi.

Die Fahrt dauert doch recht lang. Wir wollen ja nicht auf der Autobahn herumfahren. Also Hinterland, Nebenstrasse, eben langsam, holprig und gemütlich. Gemütlich? Nur wenn es die Lastwagen zulassen. Und die fahren schnell, sehr schnell.

Kurz vor Delphi noch ein sehr schönes Städtchen. Wir lernen, dass es ein Skiort ist. Es gibt sogar eine Skischule. Zwar hat es in den obersten Bergspitzen noch Schnee, aber wir verzichten heute auf Skilaufen. Nach dem Städtchen mit seinen vielen Touristen geht es durch Delphi. Am ersten CP vorbei auf den CP Delphi. Und was für einen Platz bekommen wir. Milionärsvillaaussicht. Und auch der anschliessende Znacht ist fein. Für Morgen ist ein Fussmarsch zur Archäologischen Städte geplant. Man will ja zum Orakel um ewige Weisheit zu erlangen.


Jetzt haben wir es gelernt. Also, der Griechische Staat hat die Einnahmen für Touristen mehr als verdoppelt. Seit dem 1. April 2025 sind die Eintritte angepasst worden. Je nach Bekanntheit, 10, 20 oder 30 € und für nicht EU oder unter 65 das Doppelte. Wir müssten für den Eintritt also 60€ bezahlen. Machen wir nicht. Zuviel ist zuviel. Es soll ein Versuch sein und je nach dem gestoppt oder weiter geführt werden. Wir haben die Anzahl Besucher gesehen und denken, das wird so bleiben. Nicht Staatliche Stätten behalten ihre Preise die irgend wo zwischen 5 und 8 € liegen, ganz teure vielleicht 15. Also Delphi das Orakel hat gesprochen. Trotzdem gab es ein paar Bilder und ein toller Spaziergang vom CP nach Delphi. Der Hinweg auf einer Route, der Rückweg auf einer anderen.

Auch beim Znacht, ein Ausblick wie Millionäre

Und dank Wind ein spezieller Himmel. Nur die Frisur leidet.

Von unserem Spaziergang nach Delphi, ein Blick auf unseren CP

Um das hier geht es. Das Orakel von Delphi. Es verspricht ewige Weisheit.


Für Morgen ist eine zünftige Fahrt zurück an die Westküste vorgesehen. Mal sehen wie lange der Fahrer fahren kann und will.

Athen nach Süden

Man merkt es im CP, es windet. Aber wart nur es wird noch mehr. Als Erstes möchten wir noch die Gasflasche füllen. Wir suchen aber wir finden nicht. Entnervt verlassen wir Athen. Wenn man hier fährt und kein Athener ist versteht man das vielleicht. Wir haben ja schon erzählt, man hält wo man will, einfach Warnblinkanlage einschalten. Aber manchmal gibt es dann einfach nur mit einem Fiat Uno ein Durchkommen. Ein Fiat Ducato mit Aussenspiegel muss gut zielen oder halt warten.

Wir finden den CP in der Nähe vom Kap Sounion gesperrt vor. Also ein anderes Plätzchen suchen und nicht finden. Gut das Kap besuchen. Dort könnte man ja auch schlafen. Aber jemand hat den Platz mit Glasscherben zugepflastert. Also nur ein scherbenfreien Platz suchen und das Kap mit Tempel bewundern. Als erstes leidet die Frisur. Als nächstes tränen die Augen. Und man wird vom Wind herumgeschubst. Fotografieren ist auch nicht einfach. Der Wind rüttel sogar am elektronischen Auslöser. Schade, wir staunen schnell und verschwinden ins windgeschüttelte Auto.

Schlussendlich alle Ziele der Odyssee erreicht. Kap Sounion auf Celluloid gebannt, äh Speicher gespeichert, Schlafplatz gefunden und Magen gefüllt.

Noch ein kleines Highlight, wir fahren an den Rotorflügel von Windgeneratoren vorbei. Eindrücklich die Grösse.

Noch ein kleines Highlight, neben uns ein indischer Camper, 2 Brüder, die die Welt bereisen wollen. Vieles welches wir nie sehen werden, haben sie schon gemacht. Toll wo die überall waren. Dort wo nie ein Tourist hinfährt, sie waren dort. Turkmenistan, Kirgistan, Kasachstan, Usbekistan, China, Nepal etc. Sie haben es geschafft.

Jeden Tag in die Stadt


Am nächsten Tag gilt es zu waschen. Die Waschmaschine auf dem CP ist kaputt, also ein Spaziergang zum lokalen Waschsalon. So sehen wir auch ein bisschen Athen von der nicht touristischen Seite. Am Nachmittag dann Athen. Wir versuchen auch den Hopon Hopoff Bus. Aber ehrlich gesagt ist das heutzutage einfach ein teures ÖV. Ich denke das war unser letztes HH. Bei der Station Monastiraki steigen wir aus. Die Atmosphäre gefällt es uns. Altes Neues einfach vieles das uns gefällt. Die Akropolis wird tunlichst umgangen. Ganz toll ist der zweite Hügel gegenüber der Akropolis, Lykabettus. Von dort hat man eine einmalige Aussicht von so hoch oben, auch auf die Akropolis.

Die Aussicht auf die Gutwetterseite vom Lykabettus

Turm der Winde, erbaut etwa 100vChr. Das best erhaltende Bauwerk von Athen.

Ausblick auf die Wetterseite und Akropolis

Wetter und Stadt. Wann kommt der Regen?

Die Akropolis hat es uns angetan. Von weitem wirklich sehr ausdrücklich. Im Hintergrund tummeln sich die Segler. Ruhe vor dem Sturm

Athen Ankunft

Wir haben es geschafft und den CP gefunden und auch die Akropolis. Von unserem Nachtquartier ging es direkt nach Athen. Der CP liegt Nordöstlich vom Zentrum. Ob wir schon in der Stadt sind? Wer weiss das schon, aber bei 3 Mio Einwohner ist alles möglich.

Der CP ist nicht spektakulär, aber hat alles. Und der Busstop ist auch nicht weit. Wir kaufen eine 5 Tageskarte für 5 €. Eine Tageskarte kostet 4 €.

Dann geht es los in die Stadt. Also von dort wo wir her kommen, ist da nichts schönes an Athen. Wir fahren Bus dann U-Bahn. 1 Station zu früh, denn wir möchten zur Akropolis laufen. Und so im Zick Zack finden wir die Touristenstrasse. Voll von Läden mit überhöhten Preisen. Ich suche ein langärmliges T-Shirt gegen die Sonne und lasse den Kauf, denn der wäre 75€. Habe ein ähnliches in Indien für 2 Euro gekauft.

Bei der Akropolis will man wieder das Doppelte von uns. Trotz unserer Kohäsionsmilliard. Also vorerst ein Spaziergang rund um die Akropolis nach einem feinen Znacht.

Viele Katzen und Hunde gibt es überall. Hier in Athen sehen wir dass sie regelmässig gefüttert werden. Die Katzen freuts.

Festland zum Ersten


Wir campen wild. Müssen uns vom letzten CP für 32€ erholen. Schön war er aber auch absolut teuer für Griechenland. Die Fahrt vom CP zum Stehplatz im Hafen dauerte den besseren Teil eines Tages. Wieder einmal durchs Hinterland. Der Hafenplatz toll und das Nachtessen im Dörfchen Porto Germeno auch ganz passabel. Typisch Griechisch ein Dessert obendrauf, gratis.

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Beim Abendspaziergang treffen wir noch auf eine Frau aus Deutschland. Sie hat hier ein Haus und lebt
6-8 Monate im Jahr hier, Porto Germeno, in diesem kleinen kaum von Touristen besuchten Dörfchen. 70 – 80 Leute leben hier im Winter. Im Sommer kommen die Athener für ein paar Tage Urlaub. Sie erzählt uns viel über die herrenlose Tiere, Hunde und Katzen. Uns über die Menschen, die halt wirklich Griechen sind, Menschen vom Balkan. Und die denken schon ein bisschen unterschiedlich zu den Menschen aus Zentraleuropa, sprich Deutsche, Franzosen etc. Wir sehen das auch täglich an der Art wie Auto gefahren wird. Und wie die Leute sich auf den Strassen benehmen. Anständig, freundlich, aber ich bin hier und das ist jetzt einfach so.


Dann noch ein Anruf nach Athen zum gleichnamigen CP fast in der Stadt. Es hat Platz für uns, also Morgen fahren wir in die grosse Stadt. Und ja gross ist sie, mit 3 Mio Einwohner.

Peloponnes zum letzten


Heute noch einmal Peloponnes, Epidauros. Auf Anraten von Camper wurde uns gesagt, dass das 5 Bein am Peloponnes das schönste sei. Also verbinden wir das Bein mit dem Theater von Epidauros. Dieses soll ja das best erhaltene Theater der Antike sein, gebaut 330 vChr. Bekannt ist das Theater auch wegen seiner sagenhaften Akustik. Daneben hat es noch ein Museum und profan gesagt noch ein paar archäologische Steine.


Nach dem Besuch des Theaters gingen wir noch auf einen CP direkt am Strand. Endlich konnte ich wieder einmal mein SUP ausprobieren. Es schwimmt noch. Und wenn man Glück hat sieht man(n) auch noch eine Wasserschildkröte.


Doch Morgen soll es endlich runter gehen von dieser Halbinsel die uns doch über 3 Wochen festgehalten hat. Wir werden auf´s Festland ziehen.

Heute ein spannender Tag

Wir fahren per Bike Richtung Kanal von Korinth. Ein lang gehegter Wunsch. Eigentlich hätte er Teil der Weltumsegelung sein sollen. Aber wie so vieles viel auch das in Wasser. Aber heute, wenigsten sehen. Und schauen wie die Anderen da durchfahren. Zuerst auf der nordwestlichen Seite, dann Richtung südöstliche Seite, entlang dem Kanal.

Im Nordwesten sind wir auf der versenkbaren Brücke. Versenkbar? Jawohl, die Brücke wird auf 9m Wassertiefe versenkt wenn ein Schiff passieren will. An Stahlseilen festgemacht, versinkt sie im Wasser.


Wie gesagt, weiter entlang dem Kanal. Mit Glück finden wir sogar eine Lücke im Zaun und wir getrauen uns an den Rand des Kanals. Irgend 70m über dem Wasser ohne Zaun einfach so. Nur die Drohne hat einen genauen Blick auf das tief blaue Wasser. Und genau im richtigen Moment kommt auch eine Yacht. Fast am anderen Ende hat es eine Bahn- und Autobrücke. Von der Autobrücke hat man ebenfalls einen tollen Ausblick. Klar kommen für unsere Bilder auch gleich Yachten angebraust.


Nachbarcamper haben vom 5ten Finger in Peleponnes geschwärmt. Also wird der Peleponnesaufenthalt verlängert. Planung heute Abend.

Ostermontag, Abschied.

Am Morgen standen wir auf und waren bald schon geschäftig am Abräumen. Wir wollten weiter nach Korinth. Maudry´s warteten auf Dienstag, auf den Zug. Kurz vor Mittag die letzte Umarmung bis zur nächsten. Und wir fuhren los Richtung Korinth.

Der CP in Korinth versteckte sich gut. Aber wir fanden ihn mit allen unseren Apps. Die Aussenspiegel mussten auch nur wenige Male eingeklappt werden. Nach einem Znacht im WoMo besuchten wir noch die archeologische Stätte hier in Altkorinth. Jetzt wissen wir wieder etwas mehr über alte Steine. Und haben auch wieder ein paar mehr Bilder von selbigen. Der morgige Tag soll einer unserer Wünsche in Erfüllung gehen lassen. Aber das kannst Du dann morgen lesen.

Blick Richtung Altkorinth

Eine geplante Tour. Wirklich? Geplant!


Ostersonntag wollten wir nicht irgendwo im Menschengewühl verbringen. Also ein Kloster weit oben in den Bergen war unser Ziel. Die ersten paar Kilometer waren angenehm. Dann einem Fluss entlang schon etwas rustikal. Interessant wurde es dann nach dem Fluss, wirklich am Berg. Ein Punkt war toll, bis ganz oben waren wir die einzigen. Ach ja zu erzählen gibt es, dass unsere Bike zu schlaff waren die Steigungen zu meistern. Wir mussten die Dinger fast den ganzen letzten km schieben. Faule Bikes.

Endlich ganz Oben und was für eine Aussicht

Eine Familie aus Athen hatte erbarmen mit uns und tränkte uns. Wir hatten viel zu erzählen. Sie meinten hier war noch nie ein Bike, geschweigen den 4.

Nochmals Zahnradbahn, denkste


Wir brauchen sicher 2 Stunden, eher mehr. Aber wie es sich gehört wir fuhren etwas zu spät ab. Also in die Pedalen treten, denn 30 km will geschafft werden. Und wir wollten ja nicht der Hauptstrasse entlang fahren. So mussten wir uns den Weg im Zickzack finden. Und ein paar Mal lagen wir zwar richtig, aber ein Fluss ohne Brücke versperrte und den Weg. Wir erreichten Diakopto zeitig, aber nicht zu zeitig. Aber an Ostern waren alle Fahrten schon ausgebucht. Erst aber Osterdienstag wäre es wieder möglich gewesen. Nun gut, wir lungerten noch ein bisschen in Dakopto herum bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten. Jetzt übrigens mit Wind von vorne. Irgend wo unterwegs gab es noch einen Znacht. Der Abend fand seinen Ausklang in Gesprächen über unser früheres heutiges und zukünftiges Leben. Es gab viel zu erzählen.