6.6.26 bläst es uns aus den Hosen. Böen bis 70 kmh brausen durch den CP Camping du Port Landrellec. So stark, dass ich schon am Vorabend das WoMo zurück fahre, hinter die Büsche, damit es wenigstens ein bisschen Windgeschützt ist. Ich hatte wirklich bedenken, dass so eine Böe das WoMo umschmeissen könnte. Wir haben so einen tollen Platz, wir könnten fast die Beine aus dem Fenster halten und so die Füsse waschen.
Und eben am 6.6.26 Tag bläst es. Zum Glück ist Waschtag. Am Nachmittag wollen wir eine runde Kugel besuchen. Aber es ist geschlossen, einfach so. Also den ganzen Weg zurück, zu Fuss, weil es zuviel Wind hat für Schlumpf. So kommen gut 12km Windspaziergang zusammen. Mit Gegenwind ist die Leistung natürlich gleich, so wie man einen steilen Berg hoch geht.
Am Abend gibt es dann noch ein paar Föteli vom Strand am CP, nur damit man sich erinnern kann wie schön es hier wäre, wenn der Wind nicht wäre. Und das sagt ein Segler.
Der Teil hier (schau auf die Karte) heisst unter anderem auch Côte Granit Rose. Es dürfte eine der zerklüftesten Küstenabschnitte hier in der Bretagne sein. Es gibt tolle Granitfelsen, das Rose ist wohl mehr um die Touristen anzuziehen. Den wirklich vorherrschend ist die Farbe Rosa nicht. Obwohl, so ein Anflug… Vor 300 Mio Jahren soll das hier entstanden sein infolge der Kollision der Urkontinente Gondwana und Laurussia sowie mehrerer Mikroplatten. Seine charakteristische Färbung verdankt der Granit seinem Gehalt an Hämatit und Alkalifeldspat. Der Tidenhub soll hier bis 12m betragen. Was sicher stimmt, bei Ebbe muss man einiges Laufen bevor man auf das Meer trifft. Und die Formen der Granitfelsen ist hier wirklich einmalig. So einmalig, dass man einigen einen eigenen Namen gegeben hat, der sogar im zweiten Weltkrieg als Code für den Angriff der Alliierten verwendet wurde.