Archiv für den Monat: Juni 2026

Kerlouan, Brignogan-Plages

Wir sind etwas Ziellos, das Wetter schlägt wieder um. Zum Glück hat Edith einen Vorschlag: Meneham. Nun das ist eine sehr typisch Bretonische Siedlung mit Geschichte. Ganz kurz: von Leuten die niemand anders wollten aufgebaut. Von den Deutschen übernommen und alle vertrieben, nach 1945 wieder mit Bretonen besiedelt, irgendwann dann doch aufgegeben und jetzt eine Kulturstätte. Die Bilder erzählen nur wenig, obwohl schön.

Dann hier auf einem CP de la Côte des Légendes. Kaum den Camper abgestellt, fängt es an zu Regnen. Znacht im Camper und zwar etwas spezielles. Auf dem vorherigen CP des Abers bekamen wir 6 Crêpes geschenkt. Warum? Nun der Chefcrêpekoch hat in Polynesien gelebt. Und wir haben über gemeinsame Erlebnisse erzählt. Er hat auch in den Marquesas auf Atuona gelebt. So konnten wir über einzelne Gebäude plaudern. Das hat ihm so gut gefallen, dass er uns zum Abschied 6 Crêpes in den Camper legte.

Trotzdem, wieder einmal ein Halt, einkaufen und Geld bunkern. Wir bezahlen kleinere Beträge, > 100 Euro mit Cash. Denn jedes Kartenzücken kostet 1.50 Frankren. Auf dem einen Foto sieht man das Kaff und im Hintergrund unser WoMo an der Einkaufsmeile.

Die 6 Crêpes verschwinden auf dem CP im Magen mit einer tollen Pilzsauce. Jetzt, Magen gefüllt, Blick in den Regen und an S-Hit rumwerkelnd warten wir wie viel Regen der morgige Tag bringen wird.

Ein geübtes Auge sieht im Hintergrund unser WoMo. Es wartet damit wir Geld und Essen bunkern können. Ein typisches Dorf welches von uns nur zu diesem Zweck besucht wird. Keine schönen Häuser, nur eine Kirche und eben irgend so ein Laden zum Bunkern

Aber Wrac´h oder ein Wunsch geht in Erfüllung


Oft bin ich mit einer Mannschaft von St. Malô losgesegelt, immer mit dem Wunsch bis Aber Wrac´h zu segeln. Aber die waren alle nicht hart genug so weit zu segeln. Wären 24 Stunden in eine Richtung gewesen. Also blieb Aber Wrac´h ein Traum bis eben heute der 30. Mai 2026. Endlich bin ich hier. Und …. zwar nicht mit einer Yacht, aber immer hin mit meinem SUP zwischen den Felsen. Und klar ein Besuch im Hafen muss es auch sein. Nicht das Aber Wrac´h etwas wirklich einmaliges ist, aber es ist halt schon einmalig hier oben. Noch hält das Wetter, darum mach es auch Spass hier.


Bevor wir hier angekommen sind, machte Schlumpf noch einen Vorschlag: Saint Renant. Also noch ein Zwischenstopp, denn wenn man pro Tag nur so 60 – 80 km weit fährt, ist das ein Leichtes. Zeit haben wir ja immer im Überfluss.


Die Anfahrt zum Hafen von Aber Wrac´h ist sehr schwierig, auch für Ortskundige. Zwei Leuchtürme weisen den Weg. Tour-Tan-Enez Werc´h auf der Insel île Vierge. Überhaupt die Küsten der Bretagne sind ein äusserst schwieriges Revier. Es ranken sich auch Geschichten, dass in älteren Zeiten Bretonen ein Feuer entfacht haben um Schiffe an der falschen Stelle an die Küste zu locken. Die sind dann dort verunfallt und die Einwohner haben sich der Wracks bemächtigt und alles brauchbare weggetragen. Wahr oder nur eben Geschichten? Wer weiss?

Gelb festes Land, Weiss Wasser >10m Blau Wasser <10m Grün trocken fallend je nach tide. Die Karte zeigt niedrig Wasser. Es wäre eine spannende Einfahrt gewesen. Mit dem SUP ein Kinderspiel.

Nichts Spektakuläres, aber schön

Eigentlich nur änet dem Fluss von Conquet, also nicht sehr weit. Und Einkauf sozusagen zurück nach Conquet, über die Brücke.

Wir radeln jetzt alles nördlich von Conquet ab. Wie der Titel sagt, nichts Spektakuläres, aber schön. Ein paar wenige Bilder werdend das illustrieren.

Einer der breitesten Strände die wir je gesehen haben. Das nur weil das Meer sich bei Ebbe zurückzieht.

Lang und Breit, und all das fast ohne Leute. Haben die gegen 10 Mio gewählt? Nun bei den Wassertemperaturen kommt niemand freiwillig.

Frühstücksbaguet, immer über diese Brücke. Manchmal mit Hochwasser, manchmal Ebbe.

Ile Ouessant oder das Ende der Welt

Jetzt sind wir wirklich im Westen angekommen. Wir fuhren während etwas über 1. Stunde auf die westlichste Insel der Bretagne.

Die Hinfahrt hatte es in sich. Die Fähre bis auf den letzten Platz besetzt. Wir setzten uns zu Franzosen obwohl die meckerten. Sie besetzten zu dritt einen Platz für sechs. Jetzt waren wir zu fünft. Aufs Deck schaffte ich es nicht, so viele waren dort.

Auf der Insel war es dann ziemlich frisch, wir waren froh genug warmes mitgenommen zu haben. Um 12 Uhr bekamen wir dann direkt neben der Post unser Frühstück. Eigentlich wie im WoMo, 1 Baguette mit Butter und Konfitüre sowie Orangensaft und Kaffee. Fehlte nur der Käse. Warum neben der Post? 1 Minute nach 12, Post offiziell zu doch sie öffneten mir. Ich versprach wieder zu kommen um Timbres zu kaufen. Es wurde dann knapp mit dem Postoffice, wir kamen erst knapp vor 16 Uhr wieder zurück.

Was macht man auf einer kleinen Insel? Man fährt im Kreis. Gesehen haben wir einiges, sogar das Ende der Welt. Wir waren relativ früh am Fährsteg. Diesmal wollten wir einen guten Platz. Aber wir haben nicht mit den anderen Passagieren gerechnet. Von der anfänglich dritten Position waren wir bald auf die 30 zurückgefallen. Nun die wussten noch nicht wie gut ich schubsen kann wenn ich will. Wir bekamen den zweitbesten Platz auf dem Achterdeck. Der beste Platz ging an Deutsche.

Ouessant das Ende der Welt war dank Seenebel ein mystischer Besuch. Eben, wir radelten bis ans Ende der Welt. Am Schluss zeigte der Tacho 22 km, obwohl wir wohl jeden Weg abradelten. Leider war der westlichste Leuchtturm gesperrt wegen Restaurationsarbeiten. Aber jede Höhe kann man nicht erklimmen.

Die Fähre kommt. So klein für so viele Leute. Dann, im Nebel taucht Lampaul auf.

Wenn man diese zwei Bilder sieht, versteht man, dass die Leute glaubten, dass man da auf der

anderen Seite einfach runterfällt. Damals, als man das noch glaubte, weil man wusste, dass die Erde flach ist und dass sich die Sterne um die Erde drehen, damals wusste man was am Ende der Welt geschieht. Eben, man fällt runder.