In Anbetracht der vorherrschenden Winde entschied sich Schlumpf, dass Biken viel zu gefährlich sei. Also gingen wir zu Fuss Richtung Roscoff. Ist ja eh nur 4.5 km ein Weg, wenn man den kürzesten nimmt. Klar dass wir den schönsten nahmen, nicht den kürzesten. So kam dann bis am Ende, sprich zurück im WoMo doch 10 km zusammen. Und, wir wurden nicht vom Winde verweht, dafür fast von der Flut überholt.
Roscoff ist ein schönes Städtchen, eben typisch Bretonisch mit kräftigen Steinhäuser. Wasser sucht man hier vergebens bei Ebbe. Es hat drei Häfen für die Fähre, niedrig Wasser, mittel Wasser und Hochwasser. Der Hochwasser Hafen liegt sozusagen in der Stadt. Die andern sind je 600m weiter Richtung Meer. Also bei Niedrigwasser müssen die Passagiere 1.2 km laufen bis zur Fähre. 5m Tidenhub ist das Minimum. Beim zurückgehen konnte ich dann meinen Schlumpf überzeugen, dass wir am Sandstrand laufen. Der Sand ist eigentlich fast wie Beton, also kein Einsinken. Natürlich erfand ich ständig Geschichten wie schnell die Tide hier steigt und wo die Wassergrenze zu stehen kommt. Auf jeden Fall lief mein Schlumpf immer schneller, so schnell, dass ich nicht mehr nachkam. Zum Glück bewahrheiteten sich meine Geschichten nicht und so fand ich nicht einen frühen Tod in den Fluten. Die Tide wartete auf mich, bis ich das schützende Ufer erklomm.



