Ohridsee und nicht der vorgesehene CP


Wir fahren am CP Lakeside vorbei und müssen Wenden. Die Strassenarbeiter lachen, denn wie will man den so ein Ding hier in dieser schmalen Strasse wenden. Ganz einfach man nimmt auch die Wiese zur Hilfe. Dann wird uns in leidlichem Deutsch erklärt, dass der CP Sunrise viel mehr Platz hätte und viel schöner sei. Also fertig drehen und zurück zum Sunrise. Und wir werden in bestem Englisch freundlichst empfangen. Erst wenn wir gehen müssten wir Papiere bringen und ausfüllen. Soviel zum Vertrauen. Heute, 27.5.25 wird nichts mehr unternommen sondern CP, Regen, Berge und See genossen. Ach ja so nebenbei wird gewaschen und Schlümpfi ist furchtbar aufgeregt, weil eben, es regnet. Das ist aber kein Problem, kurzum wird der nebenstehende gedeckte Pingpong Platz mit Leinen verhängt, so dass keine Pingpong Bälle mehr fliegen können, dafür aber die Wäsche. Schlumpf ist wieder zufrieden.

Neuland


Hier sind wir beide noch nie gewesen. Unsere Route nach Hause führt uns durch den Westbalkan. Neuland. Und das erste Land dieser Region Nordmazedonien. Der Grenzübertritt bringt uns in ein Land ausserhalb Europas. Und ja es war so ein richtiger Grenzübertritt. Sehr freundlich. Pass zeigen, Grüne Versicherungskarte, da kam ein bisschen Hektik auf, wo ist sie denn und schliesslich stopp vor dem Grenzbaum. Keiner da der den Camper absucht. Ob die Verstärkung holen? Nein er musste wohl bloss mal. Ein Griff über die Theke und schon öffnet sich der Baum. Have a good time Switzerland ruft er hinterher. Wir sind in Nordmazedonien. Schnell die Schilder lesen, alles fast gleich wie bei uns. Nur über die Landstrasse darf man mit 100 brausen. Sonst das Übliche 50, 80 eben die 100 und 120.

Gute Strassen finden wir in dem NATO-Land. Jawoll, Nordmazedonien gehört seit Ende März 2020 zur Nato. Nordmazedonien musste mehrmals den Namen wechseln bis die Griechen 2019 einverstanden waren das das Land da im Norden von der Griechischen Provinz Mazedonien auch ein bisschen Mazedonien sein darf.

Übrigens Makedonien war einst riesig. Nordmazedonien oder lassen wir es mal bei Mazedonien beherbergt ein altes Volk. Bereits Alexander der Grosse hatte in seinem Reich das Königreich Makedonien. Klar wechselte das Land immer mal die Herrscher, auch sehr fremde Herrscher. Nach dem ersten Weltkrieg wurde Mazedonien zwischen Serbien, Kroatien, Griechenland und Slowenien aufgeteilt. Ja und nach dem Untergang von Jugoslawien erklärten 1991 die Mazedonier ihre Unabhängigkeit. Und ab dann herrschte Zoff mit den Griechen über eben das Land Mazedonien.

Nun wir suchen schon nach wenigen Km unseren ersten CP auf. Der zeigt sich ganz hübsch, wir haben eine grosse Wiese die wir mit nur einem Camper in der anderen Ecke teilen müssen. 20 Euro kostete uns der Spass nachdem ich den Preis runtergehandelt habe. Der Besitzer zeigte sich als weiser Geschichtenerzähler und wir lernten, dass eigentlich der ganze Westbalkan das gleiche Slawische Volk ist und alle könnten sich sprachlich verstehen. Ab seit dem Zerfall von Jugoslawien wird die eigene Schrift und Sprache gefördert. Und ja es brodelt noch immer und die Serben helfen da tüchtig mit. Aber es sind da wohl auch noch andere (politische) Finger im spiel.


So das ist jetzt aber viel Info für einen Blog der ja nur etwas über unsere Reise aufzeigen will. Also fertig, nur noch Bilder.

Mount Athos, der heilige Berg nur für Männer.


Am Morgen fuhren wir gleich los Richtung Mount Athos. Unterkunft fanden wir nördlich von Ouranoupolis auf dem gleichnamigen CP. Wir bekamen nur einen Abstellplatz, aber der mit Meersicht. Eingezwängt in Dauercamper die aber alle nicht da waren, also eigentlich ganz angenehm ausser dem Preis. Tja wenn man eine Poolposition am Mount Athos hat.

Hier im Bild der Beweis, unsere Planung, Mount Athos und was natürlich nicht fehlen darf, der entsprechende Wein.

Wenn Du auf die Griechische Karte schaust, siehst Du drei Finger südlich von Polygros. Mount Athos liegt ganz westlich. Und schon wenige Km nachdem der Finger anfängt ist es verbotenes Gebiet. Denen gehört also fast der Ganze Finger, noch nicht die Hand.


Am nächsten Tag ging es dann zu Fuss, 3 km, los nach Ouranoupolis zum Hafen. Dort erwartete uns unser Boot schon ziemlich voll. Wir suchten einen Platz unter dem Dach was sich dann als recht gut erwies. Denn überall standen sich die Leute im Weg um einen guten Ausblick auf die Klöster zu haben. Trotzt Sonne war es oben auch recht kühl mit dem Fahrtwind. Also einmal mehr hatten die zwei Heini´s Glück. Und natürlich hatten wir Freude an der 3 Stündigen Hochseefahrt.

Mount Athos, die autonome Mönchsrepublik darf nur von Männern betreten werden. Darum eine Schifffahrt 500m vom Ufer entfernt. Die 500m wegen den Frauen an Bord. Es hat etwa 20 Klöster in denen etwa 2´000 Mönche leben. Ein Klax gegenüber dem wie früher, also vor 1´000 Jahren, die Klöster besetzt waren. Heute kämpfen die Klöster mit Nachwuchsproblemen. Eines zum Beispiel, welches heute noch 20 Mönche beherbergt, ist ausgelegt für 600.

So abgeschieden wie man denkt leben die Mönche nicht. Und wenn auch von Fern, wir haben gesehen dass da immer gebaut, sprich renoviert wird. Wir draussen 500m weg vom Ufer hatten Internet, also dürften auch die Mönche diesem Laster frönen. Ein Kloster wird nur von Russen bewohnt. Und viele der Klöster beherbergen Schätze von unvorstellbarem Wert.

Timon


Wir haben schlussendlich eine gefüllte Gasflasche bekommen. Erst am Morgen. Danach gleich losgefahren Richtung Porto Karras. Dort sollten wir ja Timon treffen und ja wir haben die beiden getroffen, seine Partnerin Eva und eben Timon. Wir haben einiges an Zeit auf der Parana ll verbracht inklusive Nachtessen im Angrenzenden Städtchen Neo Marmaras. Ein richtiges Ferienkaff. Nicht zu dieser Jahreszeit, aber im Sommer absolut Crazy. Wir haben offiziell auf dem Schiff geschlafen aber in Tat und Wahrheit im Camper was natürlich verboten war. Schöne Zeit mit unserem Segelfreund Timon und seiner Partnerin.

Natur, Flamingos und Abfall, Waschen …..


CP Ouzouni hat uns für ein paar Tage. Nach der Ankunft wird mal nichts getan ausser Nachtessen. Edith kocht. Und dann geht es weiter mit nichts tun. Na ja ein klein bisschen s-hit vielleicht. Und ein Sonnenuntergang auf dem CP geniessen


Am Morgen stehen wir nicht auf. Es ist ja Sonntag der 18. Mai 2025. Am Nachmittag gibt es eine Biketour, ein nahes Feuchtgebiet ruft. Wir radeln drum herum und bestaunen Abfall und Flamingos. Zurück beim CP entdecke ich einen flaches Vorderrad. Wieder einmal ein Pneu flicken. Der Dorn im Pneu ist schnell gefunden. Wo hat den mein Rad den gefunden?


Dienstag Natur pur mit Abfall, schlussendlich Nea Potidea Znacht. Nea Potidea ist das erste Dörfchen auf der Insel Kassandria. Eine Brücke für Autos führt dorthin. Fussgänger geht auch noch, gerade so. Ich trage unsere 2 Bikes eine Treppe hoch, sicher 4 Stockwerke.


Und dann über die Brücke, für Fussgänger so schmal dass die Bikes fliegen müssten. Auf der anderen Seite waren die Beine zerschunden wegen den Pedalen. Freu dich auf den Weg zurück.

Mittwoch, wir fahren zurück nach Thessaloniki in der Hoffnung unsere gefüllte Gasflasche zu treffen. Wir übernachten schon wieder im Regen, ohne Gasflasche. Mal sehen was der Morgen bringt. Gasflasche? Sicher Timon.

Zurück nach Pella

Eigentlich war Süden angesagt. Aber Edith hat noch etwas entdeckt was wir anschauen müssen. Also zurück in Westliche Richtung für 50 km. Pella mit den Mosaiken und anderem anschauen und dann wieder zurück nach Thessaloniki und weiter nach Süden.

Pella ist vor allem bekannt für seine gut erhaltenen Mosaike. Ganz toll finden wir auch das grosse Badehaus mit seinen Wasserleitungen. Und auch eine Töpfere ist so zusammengestellt, dass auch der Laie den Prozess erahnen kann.


Dann, zurück nach Thessaloniki und mit dem WoMo mitten durch die Stadt. Edith freut’s, für sie gibt es viel zu sehen. Ich bin beschäftigt die 4 Ecken und die 2 Aussenspiegel heil durch die Innenstadt zu bringen. Am Quai sehen wir eine Menschenmenge, Fussgänger wie wir das noch nie gesehen haben. Zum Glück hat es bei unserem Besuch geregnet.

Das Bild täuscht, aufgenommen am Vortag. Aber jetzt weisst Du was der weisse Turm ist.


Nach einem Grosseinkauf in Moudania, das Shoppingcenter war fast leer, ging es zum CP Ouzouni direkt am Meer. Wir haben einen Platz etwas im Hintergrund. Besser so, denn die Stellplätze sind recht klein und wir sind liebe etwas weg vom Schuss. Das Wetter hat auch gedreht, die Sonne scheint aber es ist immer noch frisch.

Auf dem Weg nach Thessaloniki

Nach unseren Abenteuern rund um Litochoro, Olymp und Spital, geht es weiter Richtung Thessaloniki. Ganz in der Nähe vom Flughafen hat es ein Campinggeschäft Zampetas. Der bietet Camper einen gratis Stellplatz mit allem Notwendigen wie Strom, Befüllen und Entleeren. Und mit einem gut gefüllten Camping Shop. Und, ganz wichtig füllen aller Arten von Gasflaschen. Bald nach der Ankunft sind wir unterwegs mit dem Bus ins Zentrum von Thessaloniki.

Damit man den Heimweg wieder findet muss man an einen markanten Platz um eben wieder den richtigen Bus zu ergattern. Wir wählen den Bahnhof. Und prompt suchen wir dann den richtigen Heimwegbus. Erst am Bahnhof finden wir den. Und dann wissen wir auch warum, für den Weg zurück nimmt er eine andere Route. So ist es halt mit Busen in einem anderen Ort.

Die Reise mit dem Bus in die Stadt dauerte 1 Stunde mit 1x Umsteigen. Also zwar lange aber eigentlich easy. Obwohl es immer viel Verkehr hatte, lief eigentlich recht gut. Und gefahren wird flüssig, oder besser gesagt recht schnell. 50 steht angeschrieben aber 70 sind es wohl.

Thessaloniki hat noch andere Überraschungen für uns parat. Eine ist der Regen. OK wir wussten, dass es regnen sollte, aber gleich den ganzen Tag? Bis jetzt regnete es nur kurz dann mindestens ein Stopp oder gar Sonne. Heute Regen nur Regen und vor allem schön frisch. War es deswegen, dass uns Thessaloniki nicht gefiel? Oder war es, weil alles Sehenswerte in Häusern eingepackt war? Natürlich auch der Verkehr spielte eine Rolle. Kein Plätzchen wo nicht ein Auto fuhr. Auf jeden Fall wir verschoben unseren zweiten Besuchstag auf ein ander Mal. Aber wir kommen wohl nie wieder nach Griechenland. Fazit Thessaloniki gefiel uns weniger gut als Athen. Städte hier sind wohl nicht unser Ding.

Übrigens, auf dem Camping Zampetas konnten wir unsere Gasflasche abgeben. In einer Woche sollte sie gefüllt wieder dort zu finden sein. Wir werden uns also im Süden von Thessaloniki vergnügen. Und am 21. sind wir wieder hier bei Zampetas. Wir sind gespannt.

Zuerst gab ich mir noch Mühe Bilder ohne die hässlichen Häuser zu schiessen. Aber es zeigte sich fast unmöglich, also keine Fakeszene sondern so wie es ist, eben mitten in den Häusern die Trouvailles.

Griechischer Spital

Edith klagt über starke Rückenschmerzen. Sie kommen in Intervallen, nur die linke Seite schmerzt. Das Internet prognostiziert Nierenkolik. 8 Uhr Abends, kurz bevor alles schliesst. Nein nicht Freitag der 13. sondern Dienstag. Also auf dem Campingplatz erkundigen für den nächsten Doktor oder Spital. Spital in Litochoro! Es wird auch gleich ein Taxi organisiert von den helfenden Griechischen Händen. Ich habe nur noch Zeit Schlumpf zu holen, schon ist alles bereit. Wie immer, Edith jammert ich will nicht. Aber nach dem Auge habe ich gelernt da muss man durchgreifen.

Die Ärztin eine Sizilianerin die schon seit 30 Jahren hier lebt. Das Unglück von Seveso hat sie bewogen Ärztin zu studieren. Und eben jetzt ist sie hier. Mit meinen Italienisch und viel Lachen wird Edith diagnostiziert und die Schmerzen als Blasen oder Harnwegentzündung erklärt. Eine Spritze und ein Rezept für Antibiotika. Das alles gratis. Um etwas nach 21 Uhr sind wir mit unserem sehr gut englisch Sprechenden Taxi unterwegs ins Zentrum zur Apotheke. Er klopft an die geschlossene Tür, die sich prompt öffnet. Und schon geht es zurück mit der Medi.

Das ist Griechische Hilfe und Freundlichkeit wie es halt hier eben gang und gäbe ist. Übrigens Edith ist wieder auf dem Weg zur Besserung.

Endlich Ferien


Die Eindrücke der letzten Tage, oder fast Wochen müssen verarbeitet werden. Wir ziehen uns auf dem CP Olympos Beach zurück. Wir bekommen einen hübschen Platz in der Anlage. Der Blick kann über Dächer das ganze Meer sehen.

Die Anlage selbst äusserst interessant. Also da hat es Plätze für Zelte und Camper. Relativ klein, ohne Ausblick, teils schattig. Dann unser Platz, grosszügig mit Kies und etwas Schatten. Dann hat es Bauten, welche wir als Restaurant oder Bar beurteilen. Aber so viele und nie Gäste? Des weiteren findet man Konstruktionen von Dauercamper. Einige ganz toll eingerichtet wohl von 20 Personen, andere fast am zerfallen. Und dann die fest verbaute Anlage direkt parallel zum Strand. Das untere Stockwerk fast am zerfallen. Die Räume unbrauchbar. Oberhalb adrett eingerichtet eben als Restaurant oder Bar ohne Gäste.

Griechenland erstaunt uns in dieser Hinsicht. Vieles toll, neues und altes restauriert. Aber auch vieles angefangen und wird wohl auch nie fertig; teils bewohnt, teils unbewohnt. Dann auch vieles was nicht mehr gebraucht wird, wird einfach dem Zerfall überlassen. Der Abbruch ist wohl zu teuer. Industriebauten nicht zurückgebaut. Einfach dem Schicksal oder dem nächsten Besitzer überlassen.

Und wenn schon reklamieren, oder konstatieren: Müll; überall, auch ganz sicher dort wo es keine Touristen gibt. Also ziemlich sicher ausschliesslich Griechen, die diesen willkürlichen Abfall und die wilden Deponien erzeugen. Und trotzdem wird seit 2025 rigoros gegen Touristen vorgegangen. Preise für Sehenswürdigkeiten eklatant erhöht. Wildcampieren mit drakonischen Strafen verhindert. Übrigens eine Begründung: Umweltschutz. Und natürlich Begrenzung des Tourismus und somit Schutz der archäologischen Stätten. Betreffend Einschränken von Wildcampierern erfahren wir später dass der Präsident der Campingplätzevereinigung das entsprechende Gesetz in der Regierung durchgedrückt hat, sogar gegen den Willen der Campingplätze. Da in Griechenland die CP’s erst ab Mitte Mai öffnen befürchten die CP’s dass Camper ausbleiben und so auch Geschäft verloren geht.