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Endlich fast ganz im Westen: Westen Süden.

Ja jetzt haben wir es geschafft auf dem Kontinent, Frankreich ganz im Westen. Aber noch immer Bretagne. Gut, wir werden übermorgen noch Ile Ouessant besuchen, das liegt noch westlicher, ist aber, wie der Name schon sagt, eine Insel. Eigentlich hätte es Morgen Dienstag sein sollen. Aber alles war ausgebucht. Also übermorgen. Was machen mit dem „verlorenen“ nicht planmässig verlaufenden Tag? Dabei war doch Ile Ouessant gar nicht eingeplant. Ergab sich einfach so.

Wir wollten auf einen CP, aber der CP entpuppte sich als Ferienhäuschen CP. Also auf den nahe gelegenen Air de Camping oder wie wir sagen Stellplatz. Wir ergattern einen Platz mit schöner Aussicht auf das Meer. Das einzige kleine Problem – Wasser. Aber auch das werden wir lösen.

Da der Abend noch fern ist, wird das Rad heruntergenommen um die nähere Umgebung abzuklappern. Und um eben herauszufinden, dass Morgen keine Fähre für uns fährt. In einem Bretonischen Haus wird je eine süsse Crêpe verspiesen. Und es werden nebst Leuchttürmen, Alten Kloster auch Bunker besucht. Weiteres in Bildern.

Kriegskunst und andere Künste

Heute führen uns unsere Velos in den Norden. Ist es darum so frisch? Auf jeden Fall sind wir für unsere Verhältnisse schon früh unterwegs. Das alleine hat schon Seltenheitswert. Und was wir jetzt sehen und lernen werden gerade noch einmal. Also der Rad de Brest ist auch heute noch sehr vom Militär vereinnahmt. Westlich vom CP ist alles Sperrgebiet und Frankreich hat hier das Zuhause seiner nuklearen U-Boote. Selbst neutrale Schweizer stehen hier unter Beobachtung. Tatsächlich, kaum halten wir unser Bikes an und schauen uns eine militärische Absperrung an kommt ein Militärjeep, stoppt und man fragt uns was wir hier suchen.

Im Vorherigen Bericht hat es eine Karte, die den Rad de Brest zeigt. Und schon immer mussten diese Gewässer verteidigt werden gegen die Anderen. Eben, dieser Macker Vauban hat da all die Verteidigungsanlagen gebaut. Und unsere Velos und wir haben nun einige aufgesucht. Die Einen sind noch recht lange in Gebrauch gewesen, auch nach dem II Weltkrieg. Und eben jetzt A-Bomben U-Boote. Nebst der Landschaft die wirklich toll ist haben wir einige der Verteidigungsanlagen besucht. Velo-Km hat es nicht viele gegeben. Aber all die Verteidigungsanlagen zu Fuss aufsuchen hat dann doch einige KM und Höhenmeter gegeben. Was uns hier verblüfft ist die Natur. Wenn man sich vorstellt wie die Schweiz aussehen würde, wenn man wie hier nichts macht, einfach wachsen lassen.

Die Fahrradtour war nicht überwältigend, etwa 40 km. Aber die Tagesleistung erbrachten wir zu Fuss. Das läpperte sich nebst Höhenmeter auch in Km zusammen, sicher über 10. Denn einige Wege waren für das Bike nicht so geeignet, vor allem Schlumpf ziert sich wenn sie Steine oder Wurzeln sieht. Obwohl, ich suche manchmal Wege aus die ich halt nicht kenne. Und so wird das Hirn manchmal durchgeschüttelt.

Hier sind ja die Hinkelsteine von Obelix entstanden. Wir besuchen eine ObelixHinkelsteinFabrik

Natürlich darf auch ein Sonnenuntergang nicht fehlen. In unserem Blog gibt es ja kaum welche

Strände gibt es hier wie Sand am Meer. Aber überall ist das Wasser gleich kalt, 12°

Wenn man so etwas sehen will muss man zu Fuss gegen. Gut so, denn hier hat es keine Leute mehr.

Bei dem Bild ist der Parkplatz gleich nebenan, als hat es viele Leute

Hier muss man schon weiter zu Fuss laufen, oder wie in unserem Fall mit dem Bike über Wurzeln, Steine und Löcher fahren.

Für uns gemacht, Velobunker

Der Beweis, dass wir da waren.

Zum Abschluss noch einmal eine Bunkeranlage, ja genau so viele wie Sand am Meer

Und auch zum Schluss noch einmal üppige Natur.

3x traurig, 1x schön

Wir besuchen den Bunker 1. Gar nicht so weit von uns, aber der Weg führt uns fast in die Stadt. Wir hatten Glück, alle 4 wurden wir vom Sohn im CP chauffiert.

Dann spazieren wir zum Bunker hoch. Ein abenteuerlicher Weg, den ein Gehsteig gibt es kaum. Einmal im Bunker haben wir ruhe von den Autos dafür sehr viel Geschichte. Von 1944 bis 1992 stand Albanien unter kommunistischer Herrschaft. Enver Hoxha war der herrschende Despot von 1946 bis zu seinem Tod 1985. Albanien war striktem Stalinismus und Isolationismus ausgesetzt. Das Land wurde so total in den Ruin regiert. Während seiner Regentschaft wurden über 100´000 Bunker gebaut. Einer davon eben Bunker 1. Es war zwar viel Text und Bilder aber eine berührende Aufzählung der Fakten aus dieser dunklen Zeit. Traurig.


Zusammen, wir 4 fuhren wir nochmals ins Zentrum um etwas zu trinken. Dann nahmen wir Abschied von unseren Belgischen Freunden. Sie mussten weiter Fahren Richtung Heimat. Traurig.


Abfall noch immer ein Thema. Wir diskutieren mit einer jungen Albanerin auf dem CP. Sie lebt in Deutschland und ist bei ihren Eltern zu Besuch. Mit einer etwas gereizten Stimme sagt sie, dass Albanien andere Probleme als Littering hätte. Der Kommentar, dass das am einzelnen liegt unterlasse ich tunlichst. Albaner, Kosovaren, Mazedonier, sie alle machen alles richtig, da muss kein Tourist Kritik anbringen. Ein typisches Bild, Traurig.


Wir zwei machten uns auf die Suche nach einem Nachtessen und 2 Tickets für die Vorstellung Albanischer Tradition. Das Nachtessen war eher nebensächlich, die Show dafür der Hammer. Anhand einer Heiratsfeier lernten wir Albanische Musik, Tradition und Kleider kennen. Freude herrscht, es war sehr schön.

Nicht Dunquerke, nicht Calais

Nächstes Ziel nach Brügge, Dünkirchen. Man will ja etwas über Geschichte kennen lernen. Aber das scheint nicht so einfach. Jedes Plätzchen für den Camper den wir anfahren ist schon überfüllt. Und dann noch ein Camping der einfach mal die Tore schliesst für 2 Tage. Weit weg von Dünkirchen, aber noch nicht in Calais finden wir durch Zufall ein Plätzchen Oye-Plage. Zuerst direkt an einem Strässchen ein Parkplatz für Camper. Dummerweise haben wir zu wenig Wasser. Also weiter suchen. Es ist schon 16 Uhr und wir müssen noch 40 km fahren. Doch kaum richtig beschleunigt sehen wir ein Pfeil der zu einem Camping führt. Clarette, nirgends aufgeführt, aber doch grösser. Und der Chef kommt auch gleich und bietet uns ein hübsches Plätzchen an.

Grill raus, Spare Ribbs auf den heissen Rost. Ein guter Znacht. Und dann ein ruhiger Schlaft nach einem kurzen Abendspaziergang. Ein sehr ruhiges Plätzchen aber eine kalte Nacht. Wir sind gespannt wann die kühlen Temperaturen dem Sommer weichen müssen.

Frühsport am Donnerstag Morgen. Ab ins Dorf Oye-Plage Brot kaufen. Wenn Du wissen möchtest wie das geht dann Klick hier drauf.

Und am nächsten Tag, haben wir dann Natur genossen. Wir sind nicht weit gefahren mit unseren Fahrräder. Aber der Wind hat uns doch etwas Leistung abverlangt. Oye Plage ist nicht nur ein Ort sondern auch eine Region. Per Velos sind wir dann bis Fort Philippe und Gravelin gefahren. Unterwegs hat es verschiedene Beobachtungsstationen. Häuschen, von denen aus man das nahe Wasser der Poldern beobachten Kann.

Grundsätzlich besteht die Gegend hier aus Poldern. Das Meer wird mit einer etwa 30m hohen Düne vom Hinterland getrennt. Und tatsächlich, schaut man vom Scheitelpunkt der Düne nach der Seeseite scheint diese höher zu sein als das dahinter liegende Land. Nicht viel, darum schwierig zu sehen.

Auch interessant, das Dickicht. Die Dünen sind bewachsen. Ein Versuch einfach so durchzuspazieren ist nicht zu empfehlen. Schau mal die Bilder.

Zur Abwechslung gab es wieder einmal ein Mittagessen. Je ein grosses Panaché und zusammen eine Portion Moules. Wir bewegen uns ja Richtung Normandie und Bretagne, also müssen wir üben Moules zu essen.

Gut genährt konnten wir den Rückweg besser bewältigen. War auch nötig, denn wir fanden einen etwas besonderen Weg und landeten prompt im Sumpf. Ein Gentleman schulterte kurzerhand seine Lady und stapfte los. Wir wählten einen Zaun, der überklettert werden wollte weil die andere Seite einen trockenen Weg versprach. Also Velos hochheben und alle 4 über den Zaun. Einige hinter uns folgten, allerdings ohne Fahrräder.

Ein einfacher Znacht besiegelte den Abend. Morgen, so geplant, soll es dann zurück nach Dünkirchen gehen. Noch immer der Geschichte nachgehen.

Allerdings, heute haben wir schon einiges an Verteidigungsanlagen aus dem 2. Weltkrieg gesehen. Oye-Plage ist also auch nicht ohne, obwohl wohl nur die lokalen die Kriegsgeschichte hier kennen.

Überall Bunker, Verteidigungslinien, Schiessscharten. Und ja heute 2024 wieder alles Aktuell. Viele unserer Politiker, oder soll ich gleich Indioten sagen, wollen dass spätere Generationen die neuste Art von Bunker besuchen können.