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Neuland


Hier sind wir beide noch nie gewesen. Unsere Route nach Hause führt uns durch den Westbalkan. Neuland. Und das erste Land dieser Region Nordmazedonien. Der Grenzübertritt bringt uns in ein Land ausserhalb Europas. Und ja es war so ein richtiger Grenzübertritt. Sehr freundlich. Pass zeigen, Grüne Versicherungskarte, da kam ein bisschen Hektik auf, wo ist sie denn und schliesslich stopp vor dem Grenzbaum. Keiner da der den Camper absucht. Ob die Verstärkung holen? Nein er musste wohl bloss mal. Ein Griff über die Theke und schon öffnet sich der Baum. Have a good time Switzerland ruft er hinterher. Wir sind in Nordmazedonien. Schnell die Schilder lesen, alles fast gleich wie bei uns. Nur über die Landstrasse darf man mit 100 brausen. Sonst das Übliche 50, 80 eben die 100 und 120.

Gute Strassen finden wir in dem NATO-Land. Jawoll, Nordmazedonien gehört seit Ende März 2020 zur Nato. Nordmazedonien musste mehrmals den Namen wechseln bis die Griechen 2019 einverstanden waren das das Land da im Norden von der Griechischen Provinz Mazedonien auch ein bisschen Mazedonien sein darf.

Übrigens Makedonien war einst riesig. Nordmazedonien oder lassen wir es mal bei Mazedonien beherbergt ein altes Volk. Bereits Alexander der Grosse hatte in seinem Reich das Königreich Makedonien. Klar wechselte das Land immer mal die Herrscher, auch sehr fremde Herrscher. Nach dem ersten Weltkrieg wurde Mazedonien zwischen Serbien, Kroatien, Griechenland und Slowenien aufgeteilt. Ja und nach dem Untergang von Jugoslawien erklärten 1991 die Mazedonier ihre Unabhängigkeit. Und ab dann herrschte Zoff mit den Griechen über eben das Land Mazedonien.

Nun wir suchen schon nach wenigen Km unseren ersten CP auf. Der zeigt sich ganz hübsch, wir haben eine grosse Wiese die wir mit nur einem Camper in der anderen Ecke teilen müssen. 20 Euro kostete uns der Spass nachdem ich den Preis runtergehandelt habe. Der Besitzer zeigte sich als weiser Geschichtenerzähler und wir lernten, dass eigentlich der ganze Westbalkan das gleiche Slawische Volk ist und alle könnten sich sprachlich verstehen. Ab seit dem Zerfall von Jugoslawien wird die eigene Schrift und Sprache gefördert. Und ja es brodelt noch immer und die Serben helfen da tüchtig mit. Aber es sind da wohl auch noch andere (politische) Finger im spiel.


So das ist jetzt aber viel Info für einen Blog der ja nur etwas über unsere Reise aufzeigen will. Also fertig, nur noch Bilder.

Nafplio zum Zweiten


Wir haben am Strand geschlafen. Also schon im WoMo, aber das fast am Meer geparkt. Und so ging es dann per Bike einen tollen Strandweg entlang nach Nafplio zur wirklichen Altstadt. Und die ist schön. Genauso schön wie die daneben stehende Akropolis mit Festung. Wie sagt man? Lass Bilder sprechen.

Es sind kleinere Fischfarmen im Norden gibt´s die bis 1km Durchmesser

Edith hat diese Schildkröte gerettet. Sie war am Überqueren der Strasse, nicht beim Fussgängerstreifen!


Am Nachmittag fuhren wir dann los nach Mykenes. Die Fahrt war eindrücklich. Schöne Ecken nach fast jeder Kurve und eine Fischfarm. Wenn Du noch nie eine Fischfarm gesehen hast schau dir das Bild an.

Der Beweis, wir waren mit den Bikes unterwegs. Der Ausblick von Nafplio von Oben war in alle Richtungen spektakulär.

Und da wir noch vor dem Sommer hier sind, ist auch die Blumenpracht einmalig. Wo immer es ein Plätzchen hat, da hat es auch irgend eine Blume, ein Gebüsch oder sogar ein Baum.


Wir fanden ein nettes Plätzchen, Camping Atreus. Ohne einzurichten schwangen wir uns gleich auf die Räder um die nahe gelegene Ruinenstadt von Mykenes zu besuchen. 2 schöne Plätze an einem Tag, fast Zuviel für uns.


Mykene war einst eine wichtige Stadt im alten Griechenland. Vor allem bekannt durch das Löwentor, das Schatzhaus Atreus und duch die Legende von Agamemnon. Mycenae wie sie auch genannt wurde erlangte die Blütezeit während der Bronzezeit 1600 -1100 vChr. Mykene wurde während der Neolithikum aufgebaut, also irgend 3500 vChr. Um 1350 vChr. war Mykene eine Militärbasion mit etwa 30´000 Bewohner. Irgend um 1100 vChr. begann das Ende der Stadt.

Die Dinger die aussehen wie ein Tor sind eigentlich Gräber. Das hier ist der Eingang zu Agamemnos Grab. Wie an vielen Orten waren leider auch hier Grabräuber am Werk und so konnte kaum noch etwas gefunden werden. Das Innere des Grabes ist mit einer Rundkuppel geschlossen.

Die Quader die den Eingang säumen müssen Tonnen schwer sein. Schon etwas besonderes wie hier gebaut worden ist. Überhaupt ein Wunder wie die Steine hier her gebracht worden sind. Wir schaffen es manchmal kaum mit dem Camper den Berg hoch. Die hier haben noch ein Steinchen auf dem Buckel getragen.

Beachte die Köpfe der Löwen fehlen

Das berühmte Löwentor.

GR25 Griechenland Geschichte

Das moderne Griechenland, so wir es kennen entstand Februar 1830. Die Griechische Geschicht reicht aber zurück irgend so 2´000 vor Christus. Griechenland ist sicher eine der grossen Wiegen des menschlichen Wissens und Kultur. Seit Februar 1952 ist Griechenland NATO-und seit Januar 1981 EU Mitglied. Griechenland hat fast 10 Mio Einwohner. Über 90% gehören der Griechischortodoxen Kirche an, die hier tief verwurzelt ist. Die Kirche hier hat keinen Papst, sie glauben nicht an seine Unfehlbarkeit. Dafür glauben sie an die 3faltgkeit. Preister dürfen vor der Weihung heiraten. Nach der Weihung nicht mehr. Priester und Patriarchen müssen im Zölibat leben.

Ein paar der wichtigen Stufen der Griechischen Geschichte:

Archaik: 800-500 vChr. Stadtstaaten wie Athen, Sparta. Die Olympischen Spiele wurden ins Leben gerufen.
Klassik: 480 – 336 vChr., das goldene Zeitalter. Attische Demokratie. Philosophen wie Aristoteles, Platon und Sokrates lebten zu dieser Zeit
Hellenismus: 336 – 146 vChr.
Römisches Reich 146 vChr. Die Römer gewannen die Schlacht von Korinth welches die Unabhängigkeit von Griechenland bedeutete bis 1830. Zuerst war es die Provinz Makedonien. Später eine eigenständige Provinz Achaia. Das Römische Reich ging langsam über ins Byzantinische Reich welches dann vom
Osmanischen Reich im 15 Jahrhundert abgelöst wurde. In Griechenland endete die Zeit der Osmanen
zur Griechenland Unabhängig: 1923 gemäss Vertrag von Lausanne.
Das Moderne Griechenland entstand am 3. Februar 1830. Im II Weltkrieg wurde Griechenland von den
Achsenmächten besetzt. 1946 -1949
EU Beitritt von Griechenland 1981


Die Wiege der Demokratie liegt in Griechenland, Athen. 5. Jahrhundert vChr. Dort entstand die Attische Demokratie. Die Bürger von Athen konnten an politischen Entscheiden mitwirken.

Grosse Griechische Philosophen

Pythagoras 570-495 vChr. Geometrie


Heraklit 540-480 vChr.
Parmenides 515-450 vChr.
Sokrates 469-399 vChr.

Demokrit 460-370 vChr. Lacht über die Unwissenheit
Platon 427-347 vChr. Schüler von Sokrates.


Aristoteles 384-322 vChr. Lehrer von Alexander dem Grossen
Epikur 341-279 vChr. Philosoph

Es gäbe noch einige aber das so eine kleine Aufzählung

Wirtschaft

längere Zeit war Griechenland Wirtschaftlich das Schlusslicht der EU. 2024 erwirtschaftete Griechenland ein Haushaltüberschuss von 13.5 Milliarden. Griechenland gehört also definitiv nicht mehr zum Schlusslicht der EU. Dieses Schlusslicht hat wohl im Moment Deutschland und Frankreich übernommen.

Kriegerische Ereignise

Trojanischer Krieg, gehört vielleicht in die Mythologie.
Perserkrieg 500-449 vChr. Berühmte Schlachten, Marathon, Thermopylen und Salamis.
Peloponnesischer Krieg 431-404 vChr. Konflikt zwischen Sparta und Athen.
Alexander der Grosse 336-323 vChr. Er schuf ein Reich von Griechenland bis Indien.
Griechische Revolution 1831- 1829 Befreiungskrieg gegen die Osmanen die zur selbständigkeit Griechenlands führte.
Griechisch – Türkischer Krieg 1919 – 1922 Teil des ersten Weltkrieges.
II Weltkrieg für Griechenland, ende Oktober 1940 besetzt von den Achsenmächten, Deutschland, Italien und Bulgarien.

Fast eine Insel Presqu’ile

Wir haben unser Hausboot ungesunken zurückgebracht und fahren jetzt in den Süden der Bretagne. Quiberon, ein Fehrienparadies hier in der Bretagne. Man merkt es auch, es hat mehr Leute. Schuggerlies haben ein Hotel, bloss wie kommt man dahin. Wir besuchen jede noch so kleine Gasse in der Stadt Quiberon, finden aber keinen Weg zum Hotel. Schuggerlies müssen laufen.

Übrigens auch zum Abholen für das nächste Ziel müssen Schuggerlies zu Fährhafen laufen. Wir fahren dann fast am Hotel vorbei um Schuggeries am Fährhafen einzufangen. Tja wenn man sich nicht auskennt.

Schön ist es hier zu flanieren. Wir machen das ausgibig in diesem Städtchen zusammen mit den anderen Touris. Highlight hier, der Sonnenuntergang, den man findet mehrere Plätzchen mit ungetrübten Blick nach Westen über das offene Meer. Wir sind nicht die einzigen Fotographen.

Clip Sonnenuntergang: SU

Schuggerlis geniessen die Stadt, wir waschen. Hier, wie üblich in Frankreich, gibt es vor dem Shopping Center Waschmaschinen und Tumbler. Man kann zuschauen wie die Leute die Dreckwäsche waschen.

Während Dreckwäsche gewaschen wird, könnte man ein Fischladen besuchen.

Rom Freitag Forum Romana oder das alte römische Zentrum

Der letzte Tag, was für ein Tag. Das Forum Romana und das Palatino wollen uns nicht. Wir haben ja schon einmal erzählt, dass sie uns nicht wollen. Und heute auch gleich noch einmal. Billett ungültig, schon gebraucht. 4 Mal hat man uns weggeschickt. Das 4te Mal wurde ich laut. Schrie nach der Polizei. Das hat geholfen endlich einer der etwas zu sagen hat und auch Englisch konnte. Nach 30 Minuten haben wir das Tor zur Geburtsstätte von Rom betreten.

Am Anfang kompliziert. Wir haben ja alles Forum Romana getauft. Aber es gibt das Forum und das Palatino. Für uns kein Unterschied, beides ist Uralt. Im Forum steht noch etwas mehr, im Palatino steht kaum noch etwas aber es soll grösser gewesen sein. Auf jeden Fall waren wir nach diesem Besuch wirklich geschafft, körperlich und geistig. 7 Tage Rom ist viel. Und nur dank S-Hit und täglich erfassten Fotos wissen wir noch den Unterschied zwischen Colosseum, Petersdom und Engelsburg. Aber himmlisch waren alle Besuche. Zum Römischen Ausklang noch ein paar Bilder von der Geburtsstätte von Rom

Tempel irgend welche Tempel, irgendwelche Götter. Imposant sind sie alle, genauso wie sie alt sind. Nur hatten die natürlich den falschen Gott. Gemäss Mainstream haben wir heute den Richtigen.

Eine echte Römische Strasse. Schau genau hin, Du siehst noch die Radspur. Und dann alte Bilder. Ob die wirklich echt sind? über 2´000 Jahre alt? Ich weiss es nicht. Aber Ehrfurcht haben wir zwei trotzdem. Alles hier so furchtbar alt. Und da laufen nicht nur die heutigen Touris. Auch Touris vor 100 Jahren und Römer vor 2´000

Alle Wege… führen immer weiter. Aber wir schlafen doch wieder in Bolsena

Wie schon gesagt Orvieto lassen wir aus. Edith möchte aber also noch schnell in Orvieto vorbeischauen bevor es weiter geht.

Das mit Orvieto klappt, das mit weiter gehen klappt nicht. Und das grössere Städtchen auf dem grossen Hügel ist schön. Dank der Grösse verteilen sich auch die Touris. Wir klappern einige der Strassen ab, geniessen den Ausblick von oben, bezahlen Eintritt für unser Seelenheil im Dom.

Von weiten sieht Orvieto ganz toll aus. Beim hin und herfahren können wir uns nicht satt sehen. Jedes Mal anhalten und noch ein schöneres Bild schiessen. Die zwei sollen jetzt genügen.

Wir sind absolut überrascht. Ein solches Bild hätten wir hier oben nicht erwartet. Wohl noch ein nicht sehr bekanntes Ziel, denn die Piazza del Duomo ist nicht sehr überlaufen.

Die Details aussen und innen sagenhaft. Hier zeigen wir nur zwei der vielen Bilder.

Orvieto haben wir jetzt schon 2 Mal besucht. Ein drittes Mal unmöglich, denn wir haben Orvieto ja ausgelassen wegen dem unhöflichen Polizisten. Aber….St. Patrick´s Brunnen ruft. Es lohnt sich das Internet zu befragen betreffend St. Patrick´s Well. Hat tatsächlich nichts mit mir zu tun. Leider, es handelt sich um Ingenieurskunst aus dem 15 Jahrhundert.

Wir schlafen noch einmal in Bolsena. Dieses Mal auf einem versteckten Parkplatz direkt am Lago die Bolsena. Der Beweis, dass alles genauso abgelaufen ist, findest Du in den Bildern.

Tatsächlich, Ovrvieto und Bolsena lassen uns nicht gehen. Wir schlafen so oft in der Umgebung von Bolsena, man könnte meinen alle Wege führen nach Bolsena.

Alle Wege…Modena

Wir lassen die Mücken in der Po-Mündung im Stich und fahren weiter nach Modena. Ein kleiner Umweg führt uns zum Ferrari Museum. Klar ein Besuch wert. Wir wählen zwei Modele aus, die werden dann anfangs November in die Schweiz geliefert. Bestaunen kann man schon einmal die Bilder. Die noch gut erhalten Originale die kannst Du jederzeit bestaunen.

Und wenn Du auf das Datum achtest, weisst Du warum wir diese tollen Modelle ausgesucht haben. Ganz klar, das 51-Model ist viel schöner

Die Stadt ist OK eben eine schöne Italienische Stadt. Aber extra wegen Modena nach Modena fahren lohnt sich dann doch nicht. Aber was sich lohnen würde, wäre ein Besuch einer Aceite Balsamico de Modena Fabrik. Da lernt man viel und darf auch gleich kosten. Und wenn Du kein Spezialist von Aceite Balsamico de Modena bist, dann dürftest Du, wie wir, sehr positiv überrascht sein. Ein Bildchen jederzeit, probieren das geht noch nicht via Internet. Aber wenn Du uns bald besuchst, ist vielleicht noch etwas übrig.

Die Augen schmerzen nicht nur beim Bild anschauen. Der ganze Dom ist schief.

Nur diese Art von Flasche kann echt sein. Der Affinato ist mindestens 12 Jahre alt. Der Extraveccio mindestens 25 Jahre alt.

In diesen Fässer reifen sie, die echten Balsamicos. Von der Mutter (grosses dickes Fass 1-2 Jahre. In einem Set von mindestens 4 Fässchen, bei diesem Produzenten 6. Schön der Grösse nach. 80% gefüllt. Und nach einem Jahr, je nach Temperaturverlauf weniger. Jetzt nach einem Jahr wird vom zweit kleinsten Fässchen in das kleinste nachgefüllt. Bis eben wieder 80% drin sind. So geht das weiter vom nächst grösseren Fass. Das grösste Fässchen wird dann von der Mutter nachgefüllt. Und eben sie bleiben in den Fässchen mindestens 12 oder gar 25 Jahre. Und ja man schmeckt den Unterschied. Preise varieren von Hersteller zu Hersteller. 100ml kosten sicher über 80 €.

Larso zum 2ten etwas mehr darüber

Bauen, das war die eine Sache. Die andere war dann das Fahren. Aber schauen wir doch noch 2 Minuten in die Bautätigkeit. Alles Freiwillige. Jeden Tag so irgend 10 – 20 sind angetrabt in der grossen Werkhalle und haben gewerkelt. Manchmal etwas Chaotisch. Da alle hoch motiviert waren hat dich Richtung doch immer in etwa gestimmt. Das Datum für die Vorführung an der Presse stand fest. Das Datum der Abfahrt auch, nur das Fertigungsdatum war nicht so ganz klar. Aber Flexibilität muss sein. Und was Louis sich in den Kopf setzt gelingt auch genau so.

Da bin ich doch fast ein bisschen stolz. Der Rohbau war meine Idee. So hat man früher Surfer gebaut. Dass daraus richtige Sitze wurden, ist Denis zu verdanken. Mit einer unheimlichen Beharrlichkeit hat er ein tolles TV Studio gebaut.

Die orange braunen Dinger sind die Sitze die man im Film gesehen hat. Hier, das Fotostudio im Larso. Da drin wurden viele der Interviews mit Umweltpionieren aufgenommen. Während meinem kleinen Teil der langen Reise war ich erstaunt über die vielen Ideen die da in der Welt herumschwirren, teils verrückt, teils logisch nur muss man drauf kommen. Edith und ich sind in der Hinsicht Umwelt und Belastung eher negativ eingestellt, denn wir sahen bis heute mehr Gleichgültigkeit gegenüber mögliche Verbesserungen. Aber wenn ich sehe wieviel positives Potential es gibt, denke ich vielleicht ist doch nicht alle Hoffnung verloren.

Als nächstes werde ich über meine Reise mit Larso berichten. Edith und ich sind ja ende Juli zurück gekommen von unserer grossen Reise in den Norden. Und jetzt würde ich dann wieder in den Norden. Diesmal nicht mit dem WoMo, diesmal mit oder für Larso. Aber der war schon lange unterwegs, seit dem Frühling. Ich über nahm erst….. aber lies den nächsten Bericht.

Wie heisst es Stay tuned.

Burgruine und endlich wieder einmal Stau

Am Morgen joggen wir noch in Estland. 55 Minuten an einer Dorfstrasse entlang von einem See zum andern. Warum das erzählen?

  1. es ist eine sehr schöne Gegend zum Joggen.
  2. Dass wir überhaupt endlich wieder einmal Joggen. Müssen doch alle wissen
  3. es hat viele viele Mücken. Auf dem Weg weg vom WoMo joggen wir mit dem Wind. Das heisst, immer wenn wir stehen bleiben oder zu langsam joggen werden wir von den Mücken überfallen. Also immer hop hop. Die Mücken sind sehr motivierend. Auf dem Weg zurück, joggen wir gegen den Wind. Solange wir uns bewegen, keine Mücken. Nur wenn wir stehen finden sie uns. Schwierig, den die alten Lütli werden müde und lesen als Ausrede jedes Geschichten erklärende Schild auf dem Weg. Aber noch immer, die Mücken motivieren unsere sportliche Betätigung.
  4. Wir joggen entlang einer wir würden sagen Dorfstrasse, die zwei Seen und mehrere Häusersiedlungen verbindet. Wärend unserer knappen Stunde joggen zählen wir 2 Autos, 2 Velofahrer und 2 Fussgänger, einer davon sogar joggend.
  5. Wir sehen wie die Leute hier leben. Und sie haben tolle Häuser, wirklich Millionärsvillen. Bei einigen Häusern denken wir gleich an Mafiosis. Wir fragen uns wie die Leute hier ihr Geld verdienen können. Keine grössere Stadt in der Nähe.

Wie schon gesagt, wir sind sehr nahe an der Russischen Grenze. Jetzt bewegen wir uns wieder eher nach Westen, denn viel weiter nach Osten können wir nicht. Entlang der Strasse Richtung Lettland kreuzen wir alle 15 Minuten ein Auto. Auch in den Dörfern ist der Verkehr nicht dichter. Ist auch klar, wenn man in Wikipedia liest, dass Estland eine Bevölkerungsdichte von 31 pro m² hat.

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Die Grenze zwischen Estland und Lettland ist kaum erkenntlich. Eigentlich nur das Europaschild zeigt uns, dass wir jetzt in einem anderen EU-Land sind.

Wir machen einen kleinen Umweg nach Cesis um eine Burgruine anzuschauen. Das Städtchen hat viel Verkehr, wir finden bald heraus, dass fast alle Strassen gesperrt sind. Ein Fest steht an. Ein interessantes: das Fest des miteinander reden. Und das gibt es scheinbar schon viele Jahre. Früher seien sogar Leute aus dem benachbarten Land gekommen.

Wir haben etwas mühe einen Parkplatz für unser grosses Ding zu finden. Da wo wir wollen möchte eine Frau nicht dass wir da möchten. Ihr Sohn erklärt uns per Telefon der Dame, dass wir woanders parken müssten. Wir sind etwas konsterniert, aber sie zeigt uns gleich eine neue Ecke. Perfekt für unser Möbel.

Jetzt steht dem Besuch der Ruine nichts mehr im Wege. 5 Euro, für uns beide und wir dürfen hinein. Nun wenn du denkst, dass wir da einfach altes Gemäuer sehen für 2.50€ pro Person falsch. Da wird einem wirklich viel geboten. An verschiedenen Stellen sind Monitore aufgebaut, die mit Film und Ton Erklärungen liefern. Man kann zum Beispiel sehen wie Kugeln für Riesengewehre gegossen werden und wie diese Vorderlader abgefeuert werden. Im Gefängnis erzählen die (politischen) Gefangenen von ihrem Schicksal. Die meisten waren hier politisch motiviert eingelocht. Kennen wir doch auch noch heute. Ein Film in einem runden Turm 360° erzählt nur in Bildern die etwa 500 jährige Geschichte der Burg. Tolle Idee.

Weiter geht es noch am selben Tag nach Riga. Und was passiert kurz nach dem wir fast mitten in der Stadt sind, fast beim Campingplatz, fast nur noch 15 Minuten?

Unser erster Stau seit 2½ Monaten. Ja seit 2½ Monaten haben wir kaum Autos gesehen, kaum Kolonne gefahren und jetzt ein veritabler Stau. Auto um Auto geht es vorwärts. Gut 1 Stunden bis wir die letzten 5 Minuten zum Campingplatz wieder flüssig fahren können.

Eigentlich toll so ein Stau. Man sieht viel mehr, als wenn man fahren muss. Und man kann ständig über die Mitstauer schönden. Besonders über die, die ständig die Kolonne wechseln und doch immer am gleichen Ort sind.

Noch so nebenbei. Hier im Baltikum wird wieder so richtig aggressiv gefahren. So wie in der Schweiz. Allerdings mit kaum gehupe. Es scheint man stört sich nicht daran wenn einem der Weg abgeschnitten wird. Busfahrer haben es besonders schwierig. Blinker an der Haltestelle heisst für die hinteren Auto ja noch vorbeidrängen. Zwei Kolonnen schwenken nach Links wenn der Bus losfährt. Einfach auf die Gegenfahrbahn, auch wenn die besetzt ist. Köstlich zum zuschauen. Auch ich, wenn ich in der falschen Spur bin, was öfters vorkommt, hilft blinken nicht. Es wird mir garantiert der Weg abgeschnitten. Nur ja nicht vorlassen. Braust aber einer von hinten auf die noch fast leere Spur los muss ich einfach zufahren. Hat es keine Lücke mehr, wird er eine Vollbremsung machen…. und nicht hupen!

Wenn Du Piusa oder Pöru findest bist Du wirklich gut.

Wir fahren los Richtung Südosten, Richtung Russische Grenze. Eigentlich tolle Strassen aber je weiter weg von den Zentren desto schmaler werden sie, aber immer gut unterhalten, teils sogar ziemlich neu. Das Navi hat mühe den richtigen Weg zu finden. Immer müssen wir die nächst grössere Ortschaft suchen damit das Navi und mein App den Weg finden. Aber wir finden Piusa und wir finden die Sandsteinhöhlen.

Die Sandsteinhöhlen wurden in eine bestehende Höhle von Hand weiter ausgebaut mit dem Ziel Sandstein für die Glasherstellung zu gewinnen. Die von Hand angelegte Höhle entstand 1922 und wurde als Untertagbau bis 1966 betrieben. Später noch kurz im Tagebau. Jetzt wir das Höhlenlabyrinth hauptsächlich von verschiedensten Fledermäusen als Winterquartier genutzt. 11° ist es drin, Sommer und Winter.

Immer weiter, wir wollen noch viel sehen. Also nächster Stopp zum Übernachten, Vöru. Damit wir ruhig schlafen können, sind wir doch immerhin gut 30 km von der Russischen Grenze weg. Hier finden wir auch ein Restaurant. Edith ist überzeugt, dass wir in diesem Kaff nicht gut essen können. Und das Äussere sowie auch die ersten Schritte im Innern lassen uns am guten Essen zweifeln. Wir lagen falsch. Beste Küche, schon wieder. Und 2 Topmenus Ente und Hase, Wein, Bier und Kaffee kosten gerade einmal 40 Euro. Auch hier spricht die Bedienung bestes Englisch.

Dank Regen sind wir übrigens einen Tag voraus. Oh ja den brauchen wir, denn Edith möchte soviel sehen hier im Baltikum dass wir das nie schaffen werden. Also mussten die wichtigsten Ziele in einem detaillierten Plan festgehalten und dieser jetzt minutiös eingehalten werden. Mal sehen ob wir das schaffen.